SMA will mit massiven Kostensenkungen Trendwende schaffen

Die SMA Solar Technology AG hat nun ihr Kostensenkungsprogramm öffentlich vorgestellt. Erst kürzlich hatte der Vorstand des Photovoltaik-Wechselrichterherstellers angekündigt, weltweit 1600 Vollzeitstellen, davon 1300 in Deutschland bis Ende Juni abbauen zu wollen. Nun präzisierte das Management auf dem „7. Capital Markets Day“ seine Pläne. So sollen die Fixkosten um mehr als 160 Millionen Euro gesenkt werden. Damit reagiere SMA auf das weiterhin schwierige Marktumfeld. Das Photovoltaik-Unternehmen erwartet, dass 2015 der Umsatz bei 730 bis 770 Millionen Euro liegen wird. Dies sei ein erneuerter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, der besonders auf die schwächelnde Nachfrage in Europa zurückzuführen sei sowie dem hohen Preisdruck im Wechselrichter-Segment. Das operative Ergebnis schätzt der Vorstand dabei auf einen Verlust zwischen 30 und 60 Millionen Euro. Dabei hänge die Profitabilität davon ab, wie schnell der geplante Transformationsprozess umgesetzt werden könne, hieß es weiter.

Mit der Restrukturierung, die alle Unternehmensbereiche betreffe, wolle der SMA-Vorstand den Photovoltaik-Hersteller zurück in die Gewinnzone bringen. Neben einer deutlichen Anpassung der Unternehmensstruktur im In- und Ausland sieht das Konzept unter anderem eine Konzentration auf strategisch wichtige Entwicklungsprojekte, die Verminderung der Wertschöpfungstiefe sowie die Konsolidierung der weltweiten Infrastruktur vor. „Dass die Transformation mit einem massiven Personalabbau verbunden ist, bedauern wir sehr. Wir haben jedoch keine andere Wahl, da sich für SMA wichtige Absatzmärkte aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen innerhalb von nur 48 Monaten um fast 75 Prozent reduziert haben“, sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Mit dem Konzept solle nun die die Kostenbasis so stark reduziert werden, dass das Photovoltaik-Unternehmen auch bei einem niedrigeren Umsatzniveau zukünftig keine weiteren Personalanpassungen vornehmen müsse.

Ende 2014 verfügte SMA über 4.667 Vollzeitstellen, wobei Zeitarbeitskräfte nicht eingerechnet sind. Für das abgelaufene Geschäftsjahr geht der Vorstand nach vorläufigen Zahlen von einem Umsatz von weniger als 790 Millionen Euro und einem EBIT-Verlust von rund 115 Millionen Euro aus, wovon rund 15 Millionen Euro auf die chinesische Tochter Zeversolar entfallen.. Auch bereits im Geschäftsjahr 2013 hatte SMA einen Verlust von mehr als 64 Millionen Euro verzeichnen müssen. (Sandra Enkhardt)