VDMA mahnt zur Sorgfalt bei Photovoltaik-Ausschreibungen

Teilen

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) ruft zur Sorgfalt bei den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf. „Der Systemwechsel hin zu wettbewerblichen Bedingungen ist gut und kann Innovationen fördern. Wir haben aber in anderen Märkten auch gesehen, dass ein schlecht gemachtes Ausschreibungssystem eine gute Entwicklung abwürgen kann“, sagt Gerd Krieger, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes VDMA Power Systems. Es brauche verlässliche Rahmenbedingungen, um neue Kraftwerksprojekte und Anlagenparks sinnvoll zu planen und abzusichern. „Die Anlagenhersteller müssen besser heute als morgen abschätzen können, wie künftig die Auswahlkriterien aussehen, nach denen der Zubau von erneuerbarer Energie realisiert wird“, so Krieger weiter. Der VDMA Power Systems warnt trotz wachsender Ungeduld vor einem vorschnellen Handeln: Ein „übereilter, wenig durchdachter Ausschreibungsmodus“ wäre gerade für die Technologieanbieter auf ihrem Heimmarkt schmerzlich.

„Wir haben wechselhafte Jahre hinter uns. Mal versetzen uns die ungewissen Rahmenbedingungen in eine Starre, mal halten Vorzieheffekte die ganze Wertschöpfungskette auf Trapp. Eine seriöse Entwicklung des Systemwechsels mit klar definierten Zeiträumen und Meilensteinen bringt die Chance, dieses Auf und Ab zu beenden“, sagte Krieger. Der VDMA habe die Ausschreibungsverordnung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen konstruktiv und kritisch begleitet. „Die Ausschreibungen und das neue Strommarktdesign müssen ein Erfolg werden. Etwas anderes können wir uns auch als Technologieführer in Deutschland nicht leisten“, so Krieger weiter.

Für einen Erfolg der Ausschreibungen müssen nach Ansicht des Verbands verschiedene Elemente beinhaltet sein. Erstens müssen die Ausbauziele bis 2020 für die verschiedenen Erneuerbaren erreicht werden. Zweitens müsse der Einsatz innovativer Technologien angereizt werden. Drittens müssten Ausschreibungen die spezifischen Besonderheiten der Technologien berücksichtigen, die sich auch auf die Kosten, die Planungs- und die Bauphasen von Projekten auswirkten. Daher könnten die Photovoltaik-Pilotausschreibungen auch nur sehr begrenzt auf andere Technologien übertragen werden. Der vierte Punkt sei, dass der administrative Aufwand für die Ausschreibungsteilnehmer niedrig gehalten werden müsse, um die Akteursvielfalt zu wahren und weiterhin eine Bürgerbeteiligung an der Energiewende zu wahren.

Am Mittwoch wird das Kabinett voraussichtlich die Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV) verabschieden. Mitte Januar hatte das Bundeswirtschaftsministerium nach wochenlangen Abstimmungen den Referentenentwurf vorgelegt. Die erste Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen soll es demnach schon am 15. April geben. Dies ist aber nur machbar, wenn die Verordnung in den kommenden Tagen in Kraft gesetzt wird. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen eine Vorlage liefern für eine komplette Umstellung der Förderung erneuerbarer Energien auf Ausschreibungen bis 2017. (Sandra Enkhardt)

pv magazine veranstaltete kürzlich ein Webinar zur geplanten Freiflächenausschreibungsverordnung. Rechtsanwältin Margarethe von Oppen erklärte die wichtigsten Eckdaten und beantwortete zahlreiche Nachfragen der Teilnehmer. Die Aufzeichnung des Webinar erhalten Sie gegen Zahlung einer Schutzgebühr von 35 Euro unterwww.solarpraxis.de.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.