Russland droht mit hohen Strafen wegen verzögerter Photovoltaik-Projekte

Die russische Regierung könnte wegen Verzögerungen bei der Fertigstellung große Geldstrafen gegen führende Entwickler von Photovoltaik-Projekten verhängen. Investoren, die in Russland für ihren Solarstrom hohe Vergütungen erhalten, haben es nicht geschafft auch nur ein Photovoltaik-Kraftwerk im gesamten Land im Jahr 2014 fertigzustellen, sagte ein Sprecher des russischen Industrie- und Handelsministeriums. Ursprüngliche Pläne der russischen Regierung sahen vor, drei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 35,2 Megawatt bis Dezember ans Netz zu bringen. Schwierigkeiten, etwa bei den erforderlichen Sicherheiten für die Kredite oder mit den Local-Content-Vorschriften, führten aber zu Verzögerungen.

Ein Projektentwickler, dem nun empfindliche Strafzahlungen drohen, ist Energiya Solntsa aus Russland. Das Unternehmen hat den Zuschlag für zwei Photovoltaik-Anlagen mit jeweils 15 Megawatt erhalten. Ebenfalls nicht rechtzeitig fertiggestellt habe die russische Firma Evrosibernergo ihren geplanten Solarpark mit fünf Megawatt Leistung. Nach Angaben der Behörden werden wegen der Verzögerungen nun Strafen für die Unternehmen in Höhe von 25 Prozent der Preises für die Energie des Kraftwerkes fällig. Dies bedeutet, die jährlichen Strafzahlungen könnten sieben bis zehn Millionen US-Dollar erreichen.

Unternehmen, die sich an den Photovoltaik-Ausschreibungen in Russland beteiligen wollen, müssen mittlerweile auch gewisse Local-Content-Bedingungen erfüllen. Für 2015 sei ein Anteil von mindestens 50 Prozent an in Russland hergestellten Produkten erforderlich. Mindestens 70 Prozent sind dann von 2016 bis 2018 geplant. Immerhin haben nun die beiden Photovoltaik-Hersteller Hevel und China Solar Systems neue Modulwerke in Russland gebaut oder zumindest damit begonnen. Dies könnte zumindest die Probleme für die Projektentwickler, die Local-Content-Bedingungen zu erfüllen, künftig lösen. (Eugene Gerden, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

Link zum Originalartikel:Russia may impose huge fines against leading solar developers