Österreich: Photovoltaik-Zubau 2014 rückläufig

Ähnlich wie in Deutschland war auch in Österreich die Entwicklung des Photovoltaik-Marktes im vergangenen Jahr eher schwach. Der österreichische Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) spricht gar von einem dramatischen Jahr für die Solarindustrie in der Alpenrepublik. Nach Schätzungen des Verbands sind im vergangenen Jahr zwischen 120 und 140 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. Ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2013, als der Zubau bei 262 Megawatt gelegen habe und der Photovoltaik-Anteil am österreichischen Verbrauch die Grenze von einem Prozent überschreiten konnte.

Ein Grund für die schwächere Marktentwicklung sei gewesen, dass erst am 23. Dezember 2013 für Förderbedingungen und Tarife für 2014 veröffentlicht worden seien. In diesem Zuge seien die Photovoltaik-Einspeisetarife zudem noch drastisch gekürzt worden. Die Computer der zuständigen Behörden brachen zudem unter der Last der Anfragen zusammen, die es zu Jahresbeginn 2014 gab.

Nach dem schwierigen Jahresanfang kam dann im Februar noch die Ankündigung der Belastung des Photovoltaik-Eigenverbrauchs hinzu. Diese sollte auch für kleine Photovoltaik-Anlagen bis fünf Kilowatt Leistung gelten. Dies sei durch „eine enorme öffentliche Empörung und einem mittleren medialen Erdbeben kurz vor der EU-Wahl“ noch verhindert worden, heißt es in der Bilanz von PV Austria. Mit einer Petition gegen die Besteuerung des Eigenverbrauchs sei noch eine Gesetzesänderung herbeigeführt worden, die Eigenverbrauch in ausreichendem Maß freistellt. "Die Anhebung der Freigrenze im Eigenverbrauch auf 25 000 Kilowattstunden war für die Photovoltaik in Österreich eine Existenzfrage. Dafür werden wir sogar vom Photovoltaik-Pionierland Deutschland beneidet, wo die Grenze bei 10.000 Kilowattstunden liegt“, erklärt Hans Kronberger, Präsident von PVA. Die Verunsicherung, die durch die Ankündigung ausgelöst worden sei, habe aber noch bis in den Spätsommer angehalten.

Für die zweite Jahreshälfte verzeichnet PVA aber durchaus positive ansätze. Die Klimafondsförderaktion für kleine Photovoltaik-Anlagen sei insgesamt „doch noch ein Erfolg“ gewesen. Die Zahl der neu installierten Anlagen sei gegenüber 2013 zwar leicht gesunken, aber die durchschnittliche Anlagengröße dafür angestiegen. Für 2015 erwartet der Verband wiederum ein Überschreiten der 200-Megawatt-Grenze. „Es werden die Bedingungen der Tarifförderungen aktualisiert und es ist ein Nachholschub aus dem Jahr 2014 zu erwarten. Eine Nachfragesteigerung aus dem Klimafonds zeichnet sich ebenso ab wie eine EU-Regionalförderung für den ländlichen Raum. Mehrere Bundesländer setzen ihre Förderungen – inklusive erster Speicherförderungen – fort oder bauen sie aus“, so Kronbergers Einschätzung für die weitere Entwicklung des österreichischen Photovoltaik-Marktes. (Sandra Enkhardt)