Studie: Vermehrte Drittfinanzierung bei Photovoltaik-Hybrid-Anlagen im Bergbau

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In den USA ist das Leasing von Photovoltaik-Anlagen ein großes Thema. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Firmen, die Leasing- oder Pachtmodelle für Photovoltaik-Anlagen anbieten. Bei abgelegenen Bergwerken lohnt sich besonders der Einsatz von Photovoltaik-Hybridsystemen und auch in diesem Bereich gibt es nun neue Modelle, die den Bau von Photovoltaik-Anlagen attraktiver machen. „Die ersten Miet- oder Stromlieferverträge für den Bergbau sind bereits in den Markt eingeführt. Eine steigende Anzahl an Solarunternehmen und Investoren sieht in der Bergbauindustrie einen zuverlässigen Partner für Miet- oder PPA-Modelle. Es ist zu erwarten, dass diese Entwicklung die Verbreitung von Solaranlagen im Bergbau erheblich beschleunigt“, erwartet Thomas Hillig, Gründer von THEnergy. So bietet etwa mittlerweile Redavia Solar gemeinsam mit der Shell Foundation entsprechende Leasing-Modelle für Photovoltaik-Hybridsysteme an, die auch an Bergbauunternehmen gerichtet sind.

In seiner jüngsten Studie befasst er sich nun damit, wie die Marktrisiken für externe Investoren verringert werden können. Eine der wichtigsten Absicherungen sei dabei auch immer die Einspeisevergütung oder der Abschluss von langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPA) für den erzeugten Solarstrom. „Aufgrund der Tatsache, dass viele Bergbauunternehmen in den letzten Jahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, ist das Haupthindernis die Finanzierung. Der größte Kostenblock von Solaranlagen sind die Investitionen, die anfallen wenn die Anlage gebaut wird, also bevor die erste Megawattstunde Elektrizität erzeugt wurde. Externe Investoren mit Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien nehmen eine wichtige Rolle ein, um diese Lücke zu schließen“, sagt Hillig weiter. Dennoch bestehe gerade bei abgelegenen Bergminen weiterhin ein Risiko, da diese dann oft die einzigen Abnehmer des Solarstroms seien. „Falls das Bergbauunternehmen den Vertrag nicht erfüllt, zum Beispiel wenn es Insolvenz beantragen muss, kann der Strom nicht ohne weiteres an andere Abnehmer verkauft werden“, so Hillig.

Eine weitere Lösung zur Minimierung des Risikos sei, dass Photovoltaik-Anlagen bereits vormoniert und dann in standardisierte Container verfrachtet würden. „Die Kosten für den Ab- und Wiederaufbau der Solaranlage an einem anderen Standort können auf diese Weise reduziert werden“, heißt es in der Studie. Aus Finanzsicht könne zudem das Risiko durch einen überproportional hohen Miet- oder Strombezugspreis während der ersten Betriebsjahre der Photovoltaik-Anlage reduziert werden. Eine konkrete Lösung besteht darin, dass die Bergbaugesellschaft in den ersten Jahren einen Preis bezahlt, der den vermiedenen Dieselkosten entspreche und nach der Amortisierung der Photovoltaik-Anlage werde der Strom- oder Mietpreis stark herabgesetzt, so dass sich der externe Investor und die Bergbaugesellschaft die zusätzlichen Kostenreduzierungen durch das Projekt teilen könnten. In einem anderen Szenario könnte sich auch die Bergbaugesellschaft an der Photovoltaik-Anlage beteiligen und damit die Marktrisiken zu verringern. Hillig empfiehlt den externen Investoren, sie sollten versuchen, die Verträge oder entsprechende Garantien mit der Dachgesellschaft der Bergbauunternehmen für den Fall auszuhandeln, dass der Miet- oder Stromliefervertrag nicht erfüllt werde. (Sandra Enkhardt)

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