Photovoltaik-Mieterstrommodell von Toshiba gestartet

Im Dezember 2013 hat Toshiba die Direktbelieferung von Mietern mit Solarstrom angekündigt. Nun ist das neue Modell in acht deutschen Städten gemeinsam mit der Immobiliengesellschaft Gagfah in die Tat umgesetzt worden, teilte der japanische Konzern mit. Insgesamt seien Photovoltaik-Dachanlagen mit drei Megawatt Leistung auf den Häusern der Gagfah installiert worden, der nun den Mietern direkt zum Verbrauch angeboten werde. Von dem Solarstrom profitierten sowohl Mieter von Mehrfamilienhäusern als auch Gewerbehöfe. Insgesamt reiche die installierte Photovoltaik-Leistung um 4500 Mieter mit Solarstrom zu versorgen. Wenn die Photovoltaik-Anlagen keinen Strom produzierten, werde Energie aus dem Netz geliefert.

Mit dem Modell würden die öffentlichen Netze entlastet. Netzabhängige Kosten wie Netzentgelte, Umlagen und Konzessionsabgabe könnten eingespart und damit der Solarstrom kostengünstig an die Mieter weitergegeben werden. Allerdings hat die Bundesregierung mit der EEG-Novelle das solare Grünstromprivileg bei der Direktbelieferung von Mietern aufgehoben. Damit muss die volle EEG-Umlage auf den Solarstrom entrichtet werden.

Mitte November hat Toshiba nun offiziell begonnen, in Villingen-Schwenningen die ersten Mieter der Gagfah mit Solarstrom zu beliefern. Die 400 Kilowatt Photovoltaik-Anlage werde genutzt, um Mieter in rund 400 Wohnungen zu versorgen. Zu welchem Preisen Toshiba den Strom an die Mieter liefert, blieb zunächst unbeantwortet. Neben Villingen-Schwenningen wurden noch Stuttgart, Nürnberg und Köln genannt, in denen Toshiba sein Photovoltaik-Mieterstrommodell anbieten will. Zukünftig wolle der Konzern Konzept noch um intelligente Stromzähler und Stromspeicher erweitern und mit weiteren Dienstleistungen wie etwa Elektromobilität vernetzen.

In der Ankündigung von vor einem Jahr hieß es, dass die Gagfah die Betriebsführung der Photovoltaik-Anlagen übernehmen werden. Bis 2016 wollte Toshiba die installierte Photovoltaik-Leistung auf mehr als 100 Megawatt in Deutschland steigern. Ob dies nach dem Wegfall des solaren Grünstromprivilegs immer noch aktuell ist, blieb zunächst ebenfalls offen. (Sandra Enkhardt)