Union will Risiko für Investoren bei Photovoltaik-Ausschreibungen erhöhen

Aus der Union regt sich Widerstand gegen die derzeitigen Pläne des Bundeswirtschaftsministers bei Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. In einem Brief an die Bundesregierung und die Fraktionsspitzen der Koalitionsparteien fordern die CDU/CSU-Energieexperten, dass die Investoren in Photovoltaik-Freiflächenanlagen ein höheres Risiko tragen sollten, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. So müsse bei den Ausschreibungen der zugebilligte Aufschlag auf den Marktpreis für Strom ermittelt werden, wobei die Investoren das Risiko des schwankenden Börsenstrompreises tragen müssten. Nach Ansicht der Unionspolitiker ließen sich mit einem festgelegten Aufschlag auf den Börsenstrompreis für die Anlagenbetreiber die Kosten besser kalkulieren. Bislang sieht der Entwurf der Regierung vor, den Photovoltaik-Kraftwerken mit den niedrigsten Geboten für einen garantierten Abnahmepreis den Zuschlag zu erteilen.

Doch nicht nur die Preisbildung bei den Ausschreibungen für Photovoltaik-Kraftwerke stößt auf Kritik der Energieexperten aus CDU und CSU. Sie fordern auch, nur 400 Megawatt jährlich auszuschreiben. Im Entwurf der Regierung sind nach derzeitigem Stand 600 Megawatt geplant. Zudem sollten keine Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Ackerflächen gebaut werden dürfen. Dies würde ansonsten die Pachtpreise für solche Flächen in die Höhe treiben, heißt es weiter. In den kommenden Tagen wird erwartet, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) seinen Entwurf vorlegt. Bereits im kommenden Jahr soll es die ersten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen geben. Mit dem Pilotmodell will die Bundesregierung Erfahrungen sammeln und im Erfolgsfall ab 2017 die Förderung Erneuerbaren weitgehend auf Ausschreibungen umstellen. (Sandra Enkhardt)