EU profitiert von globaler Photovoltaik-Wertschöpfung

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Die Chancen und Risiken der Klimaschutz-Industrien in Europa hat Ernst & Young im Auftrag der European Climate Foundation untersucht. Im Zentrum des Berichts „Europe’s Low Carbon Industries: A Health Check“ stehen unter anderem die Photovoltaik und Speichertechnologien. Grundsätzlich attestiert Ernst & Young den Cleantech-Industrien in der EU einen Wettbewerbsvorteil, der in Forschung und Entwicklung, in Innovationen, in effizienten Produktionsprozessen sowie in der hohen Qualifizierung des Personals liege. Gezielte Industriepolitik und das Setzen von Standards zur Integration der technologischen Lösungen in das bestehende System der Energieversorgung seien die Voraussetzungen, um das in Europa vorhandene Potential nutzbar zu machen. „Da neue Anbieter in die Märkte eintreten, wird sich das ‚Window of Opportunity‘ in den nächsten Jahren schließen. Stabile langfristige Politikziele sind notwendig, um ein hinreichend attraktives Marktumfeld für die Weiterentwicklung von umwelt- und energieeffizienten Technologien sowie den Aufbau von Erzeugungskapazitäten zu gewährleisten“, so Ernst & Young.

Für alle untersuchten Marktsegmente prognostiziert die Studie bis 2020 ein globales Marktvolumen von jeweils 100 Milliarden Euro. Bislang entfällt auf EU-Unternehmen ein großer Teil dieses Marktpotenzials: „Obwohl im Photovoltaikbereich weite Teile der Zell- und Modulproduktion zugunsten asiatischer Produzenten verloren gegangen sind, verbleibt dennoch ein Anteil von 73 Prozent der gesamten Wertschöpfung bei europäischen Akteuren – dies in bestimmten Produktionsbereichen, durch die Integration sowie den Entwicklungs- und Servicebereich.“ Europa sei ein wichtiger Produktionsstandort für Silizium, Photovoltaik-Materialien und -Equipment. In Kombination mit den grundsätzlichen Wettbewerbsvorteilen von EU-Firmen könne sich die Branche in Europa auch langfristig einen festen Platz in der Photovoltaik-Wertschöpfungskette sichern.

Zum Thema Stromspeicher schreibt Ernst & Young, diese seien vor allem für die Integration von erneuerbaren Energien essentiell. In den vergangenen Jahren seien in Europa die Forschung intensiviert und so ein Wettbewerbsvorteil erzielt worden. Vor allem Projekte in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien hätten die EU zu einem wichtigen Akteur auf dem internationalen Energiespeichermarkt gemacht. Allerdings müsse die EU ihre Politik harmonisieren und einen Rahmen für die Entwicklung innovativer Energiespeichersysteme schaffen. Im Bereich Smart Grid hingegen seien in anderen Regionen der Welt – USA, China – deutlichere Entwicklungsfortschritte erzielt worden, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Die europäische Industrie könne aber bei einer Stärkung des Heimatmarktes ihr Potenzial entfalten. (Petra Hannen)

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