Insolvenzverwalter von Solon kündigt Prüfung an

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat Bruno Kübler zum vorläufigen Insolvenzverwalter von Solon bestimmt. Am Dienstag hatte die Muttergesellschaft Solon International LLFZE mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bekanntgeben, dass als weitere Konsolidierungs- und Restrukturierungsmaßnahme ein Insolvenzantrag für die Solon Modules GmbH und die Solon Energy GmbH gestellt worden sei. Bereits Ende April war die Modulfertigung in Berlin eingestellt worden und der Hauptsitz in die VAE verlegt worden, wo ebenfalls Module der Marke „Solon“ gefertigt werden.

Kübler will nun die Lage prüfen. Er wird sich dabei auch um die offenen Lohn- und Abfindungszahlungen für die zuletzt noch 230 Mitarbeiter kümmern. „Ich sehe es nun als meine Hauptaufgabe an, dass die Gläubiger – allen voran die Arbeitnehmer – zu ihrem Recht kommen. Dazu gehört auch eine ausführliche Prüfung, ob es im Vorfeld des Insolvenzantrags irgendwelche Unregelmäßigkeiten gab“, so der Insolvenzverwalter.

Nach Angaben eines ehemaligen Betriebsrats von Solon sollen sich die offenen Gehalts- und Abfindungszahlungen auf drei Millionen Euro summerieren. Hinzu kämen offene Rechnungen bei Zulieferern und Dienstleistern. Er hatte im August eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung bei der Berliner Staatsanwaltschaft eingereicht, wo er dies genau auflistet. Die Anzeige liegt pv magazine vor.

Solon hatte bereits im Dezember 2011 Insolvenz angemeldet. Damals übernahm der indisch-arabische Konzern Microsol den Geschäftsbetrieb nach Eröffnung des Hauptverfahrens im März 2012. Er beschäftigte zunächst 430 der 530 Mitarbeiter weiter. Allerdings kam es seit 2013 immer wieder zu Entlassungen. Zudem gab es Berichte über eine teilweise stillstehende Produktion in Berlin. (Sandra Enkhardt)