Gutachter geben erste Empfehlungen zu Verteilnetzen ab

Das vom Bundeswirtschaftsministerium beautragte Gutachterkonsortium hat nun seine Ergebnisse der Studie „Moderne Verteilnete in Deutschland“ vorgestellt. Die Gutachter vom Institut und Lehrstuhl für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH Aachen, dem Oldenburger Institut für Informatik (OFFIS) sowie dem Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting GmbH sollten den Um- und Ausbaubedarf in den Verteilnetzen im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien untersuchen. Sie hätten dabei auch die möglichen Kosten errechnet sowie innovative Planungsgrundsätze und intelligente Netztechnologien berücksichtigt, heißt es beim Ministerium nach der Vorstellung während der Plenarsitzung der Plattform Energienetze. "Der Umbau unserer Energieversorgung hin zu mehr erneuerbaren Energien erhöht zweifelsfrei den Investitionsbedarf in die Verteilernetze. Allerdings macht die Studie zugleich deutlich, dass mit den nun gesetzlich verankerten Ausbaukorridoren des EEG 2014 und einem dadurch besser planbaren Erneuerbaren-Ausbau die Kosteneffizienz des Aus- und Umbaus der Verteilernetze erheblich verbessert wird“, so die Reaktion von Rainer Baake, Staatssektretär im Wirtschaftsministerium.

Ein Ergebnis der Gutachter ist auch, dass neue innovative Planungsgrundsätze und neue Technologien, wie beispielsweise regelbare Ortstransformatoren, zentrale Elemente für eine effiziente Integration der erneuerbaren Energien bilden und die Kosteneffizienz des Aus- und Umbaus der Verteilernetze erhöhen. Als konkrete Handlungsempfehlung geben sie aus, dass durch eine Abregelung von drei Prozent der jährlichen Einspeisung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen bereits 40 Prozent des Netzausbaus eingespart werden könnten. Intelligente Netztechnologien könnten ihn um weitere 20 Prozent reduzieren.

Allerdings haben die Experten einen gravierenden Unterschied ausmachen können, ob in Zukunft die Ziele des EEG 2014 oder die politischen Ausbauziele der Bundesländer umgesetzt würden. Bei den EEG-Zielen seien Investitionen von 23 Milliarden Euro in neue Netze und bei denen der Bundesländer 49 Milliarden Euro notwendig. Der Netzausbau würden sich zwischen 130.000 und 280.000 Kilometern neuen Stromleitungen bis 2032 bewegen. Bis zu 70 Prozent des Netzausbaus seien aber bereits innerhalb der kommenden zehn Jahre erforderlich, da danach die Zubaugeschwindigkeit bei den Erneuerbaren abnehmen werde, so die Gutachter.

Nach dem vorgestellten Gutachten betrifft der erforderliche Netzausbau nur wenige Netzbetreiber, diese aber besonders stark. So sei etwa ein Drittel der Niederspannungs- und knapp zwei Drittel der Mittelspannungsnetzbetreiber betroffen. In der Niederspannung sei besonders Süddeutschland betroffen, während in Nord- und Ostdeutschland eher die Hochspannungsnetze ausgebaut werden müssten. Damit sind natürlich regional unterschiedliche Kosten fällig. Der Ausbau der Niederspannungsebene werde vor allem durch die Photovoltaik getrieben, so die Gutachter. (Sandra Enkhardt)