SMA Solar steckt weiter in der Krise – Prognose gesenkt

Die SMA Solar Technology AG hat ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Der Vorstand des Photovoltaik-Wechselrichterherstellers gehe nun nur noch von einem Umsatz zwischen 850 und 950 Millionen Euro aus. Zuvor lagen die Erwartungen bei 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Auch ein Verlust sei nicht mehr auszuschließen. Im besten Fall sei mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Sollte jedoch nur das untere Ende der Umsatzprognose erreicht werden, sei mit einem Verlust von bis zu 45 Millionen Euro (vormals 20 Millionen Euro) zu rechnen. Vor diesem Hintergrund werde es weitere Entlassungen bei SMA Solar geben. Es sei zudem notwendig, die Synergien aus der strategischen Allianz mit Danfoss sowie die Entwicklungs- und Einkaufskapazitäten der chinesischen Tochter Zeversolar besser zu nutzen, um zur Profitabilität zurückzukehren. Sein Entwicklungsbudget werde SMA auf rund 90 Millionen Euro pro Jahr reduzieren und sich auf wichtige strategische Projekte konzentrieren, hieß es weiter.

„Nach intensiven Gesprächen mit Kunden auf den Leitmessen in China, Europa und Nordamerika sowie eigenen Marktanalysen rechnen wir im Gesamtjahr 2014 weltweit mit einer stagnierenden Nachfrage nach Solarstromsystemen. Insbesondere in den Kernmärkten Europas ist die Nachfrage aufgrund von weiteren Förderkürzungen noch stärker als erwartet eingebrochen“, erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre Pascal Urbon. In den kommenden Monaten sei eine dynamischere Entwicklungen der Photovoltaik-Märkte zu erwarten, wobei Nordamerika, Japan und China voraussichtlich 60 Prozent der gesamten Weltnachfrage im Jahr 2014 ausmachen würden. „Der Verdrängungswettbewerb führt zu einem weiterhin hohen Preisdruck in der Branche“, sagte Urbon weiter.

Eine Konsequenz aus der weiteren Verschiebung des Photovoltaik-Weltmarkts wolle SMA Solar Vertriebsregionen zusammenführen und die Organisation in Service, Operations und der Verwaltung straffen. Bis Ende kommenden Jahres sei geplant, sich weltweit von insgesamt 600 Mitarbeitern zu trennen. Ein Teil des Abbaus wird durch das Auslaufen von befristeten Verträgen und natürliche Fluktuation realisiert, wie es hieß. Darüber hinaus würden Maßnahmen für den Abbau von 400 Mitarbeitern in den Bereichen Vertrieb, Operations und der Verwaltung definiert. „Die zusätzlichen Maßnahmen sind erforderlich, weil sich durch die Verschiebung der Nachfrage in die außereuropäischen Länder die Profitabilität unseres Produktportfolios verschlechtert hat. Um einen nachhaltigen Ertrag zu erwirtschaften, muss SMA deshalb noch stärker als bisher geplant die Kosten reduzieren. Wir bedauern sehr, dass ein weiterer Mitarbeiterabbau im In- und Ausland aufgrund der Marktveränderungen unvermeidbar ist“, so Pierre-Pascal Urbon weiter. Für dieses Jahr rechnet er mit einem leichten Zuwachs beim Weltmarktanteil auf 15 Prozent. Zusätzliche Umsatzimpulse sollen künftig aus dem Servicegeschäft und dem Photovoltaik-Diesel-Hybrid-Geschäft kommen. (Sandra Enkhardt)