Energy Trend: Handelsstreit hat 2014 kaum Auswirkungen auf China und Taiwan

Dem Marktforschungsunternehmen Energy Trend zufolge fallen die Preise entlang der PV-Wertschöpfungskette weiter. Dies sei auf die Jahreszeit und eine geringe Nachfrage aus China und Japan zurückzuführen. Auch die Preise für Solarzellen aus Taiwan sind deutlich gefallen. Corrine Lin, Analyst von Energy Trend, einer Tochtergesellschaft des in Taiwan ansässigen Marktforschungsunternehmens Trendforce, erklärt: "Taiwans Tier-1-Hersteller konnten bis Mitte Juni einen Preis von  0,40 US-Dollar pro Watt halten, weil chinesische Hersteller ihre Produktion im Voraus in die USA verkauft hatten. Der Preisunterschied zwischen chinesischen und taiwanesischen Herstellern habe sich aber innerhalb eines Monats deutlich verkleinert, nachdem taiwanesische Hersteller Ende Juni viele Aufträge aus China verloren haben.“

Um auf die aktuellen Untersuchungen im Handelsstreit zwischen China und den USA zu reagieren, haben viele chinesische Hersteller ihren Export-Anteil in die USA im ersten Halbjahr 2014 erhöht. Trina Solar habe diesen Anteil im zweiten Quartal zum Beispiel auf 60 Prozent erhöht. Der Gesamtexport chinesischer Photovoltaik-Hersteller betrug laut Energy Trend im ersten Halbjahr 2014 mehr als 2,3 Gigawatt. Die kumulierten Produktionskapazitäten für Solarmodule von US-Herstellern betrügen rund vier Gigawatt pro Jahr. Es seien also genug Module vorhanden, damit die USA ihr diesjähriges Ausbauziel von sechs Gigawatt erreichen können. Daher wird der Handelsstreit nach Ansicht von Energy Trend in diesem Jahr noch keine Auswirkungen auf taiwanesische und chinesische Hersteller haben, egal wie das vorläufige Urteil im Handelsstreit ausfallen wird. Aber auch wenn der Handelsstreit bis zum nächsten Jahr kaum Auswirkungen auf chinesische und taiwanesische Hersteller haben wird, könnten hohe Lagerbestände dennoch zu geringeren Preisen führen. (Mirco Sieg)