DIHK-Präsident findet Eigenverbrauchsbelastung paradox

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hat die von der Bundesregierung geplante Belastung des Eigenverbrauchs mit 40 Prozent EEG-Umlage kritisiert. „Es ist paradox. Die Belastung der Eigenerzeugung steht dem Ausbau der Technologien entgegen, mit denen wir die Ziele der Energiewende erreichen wollen“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe). Es sei zu befürchten, dass je höher die Belastung sei, desto geringer die Bereitschaft der Unternehmen sei, in erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren. Aus Sicht von Schweitzer sei eine Belastung von maximal 20 Prozent EEG-Umlage „tragbar“. Der DIHK-Präsident wies darauf hin, dass die Unternehmen sich durch den Eigenverbrauch zumeist nicht vollständig aus dem EEG-Umlagesystem verabschieden würden. Sie erzeugten zumeist nur einen Teil des benötigten Stroms selbst. „In jedem Fall werden die Anlagen so ausgelegt, dass der selbst erzeugte Strom zum eigenen Bedarf passt. Und genau das wird mit steigendem Anteil von erneuerbaren Energien immer wertvoller", sagte er dem Blatt.

DIHK-Präsident Schweitzer hatte bereits nach Bekanntwerden des EEG-Eckpunktepapiers die geplante Belastung des Eigenverbrauchs bereits kritisiert. Zuvor erwies er sich allerdings weniger als Fürsprecher der Vertreter der Erneuerbaren. So forderte er noch kurz nach der Bundestagswahl, die Bundesregierung müsse das bisherige Fördersystem für Photovoltaik, Windkraft und Biomasse möglichst bald beendet. Es sollte für Neuanlagen auf Wettbewerb ausgerichtet werden und bis spätestens 2020 stufenweise auslaufen, hieß es etwa in einem Positionspapier des DIHK vom November 2013. (Sandra Enkhardt)