Kohlers neuestes Photovoltaik-Bashing

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Der Chef der Deutschen Energieagentur (Dena), Stephan Kohler, war in der vergangenen Woche als Sachverständiger im Wirtschaftsausschuss des Bundestages bei der Anhörung zur EEG-Novelle geladen. Dabei sprach er sich dafür aus, Photovoltaik-Anlagen stärker an den Netzkosten zu beteiligen, wie der IWR berichtet hat. Nach seiner Aussage seien Ausbaukosten von 30 Milliarden Euro im Nieder- und Mittelspannungsbereich zu erwarten. Diese sollten verursachergerecht aufgeteilt werden. Als Hauptverursacher der Kosten benannte Kohler dabei die Photovoltaik-Anlagen. Sein Lösungsverschlag sei eine Netzkostenpauschale. Daneben sprach sich der Dena-Chef für Vergünstigungen für mittelständische Zulieferbetriebe aus. Diese müssten bei der EEG-Umlage entlastet werden, wenn sie im internationalen Wettbewerb stünden.

pv magazine wollte sich von Kohler nun genauer erklären lassen, wie seine Äußerungen gemeint sind. Etwa ob er die Netzpauschale zusätzlich zur geplanten Belastung des solaren Eigenverbrauchs mit einer anteiligen EEG-Umlage will. Oder inwiefern der Bau neuer Photovoltaik-Anlagen mit den zusätzlichen Belastungen aus seiner Sicht noch wirtschaftlich ist. Auch in welchem Umfang er sich die Entlastung der mittelständischen Zulieferer vorstellt und welche Unternehmen in diesem Bereich fallen, hätte uns interessiert. Doch für das pv magazine ist Stephan Kohler nicht erreichbar. Nach dem ersten Abwehrversuch, als es hieß, eine kurzfristige Beantwortung der Fragen sei nicht möglich und der anschließenden Fristverlängerung für die Antworten, kam aus der Dena-Pressestelle nur noch die lapidare Mail: „Leider steht Herr Kohler bezüglich Ihrer Anfrage nicht zur Verfügung. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.“ Stephan Kohler und sein Presseteam wollten oder konnten nicht einmal bestätigen, ob er diese Äußerungen vor dem Wirtschaftsausschusses des Bundestages wirklich getan hat. (Sandra Enkhardt)