Centrosolar: Rückläufiger Umsatz bei steigenden Verlusten

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Die Centrosolar Group AG hat vorläufige, noch nicht geprüfte Berechnungen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Diese sind maßgeblich vom derzeit laufenden Insolvenzverfahren beeinflusst, dessen Eröffnung das Münchner Photovoltaik-Unternehmen Mitte Oktober 2013 beantragte. So sei aufgrund der Insolvenz wesentlicher Konzernteile der EBITDA-Verlust auf 23-28 Millionen Euro noch weiter gestiegen, während der Umsatz bei rund 96 Millionen Euro gelegen habe, teilte Centrosolar mit. 2012 lag der Umsatz demnach noch bei 186 Millionen Euro. Die rückläufige Entwicklung sei auch damit begründet, dass die Umsätze der insolventen Tochtergesellschaften nur bis zum Datum des Insolvenzantrags am 18. Oktober in die Berechnungen eingeflossen seien. Die insolventen Töchter Centrosolar AG und Centrosolar Sonnenstromfabrik hätten zuvor aber die größten Geschäftsbereiche dargestellt, hieß es weiter.

Das Münchner Photovoltaik-Unternehmen befindet sich derzeit in einem sogenannten Schutzschirmverfahren, während die Tochtergesellschaften mittlerweile in der Regelinsolvenz sind. Die Centrosolar Group hat mittlerweile einen Insolvenzplan veröffentlicht, wonach sich das Unternehmen auf das US-Geschäft konzentrieren will und seine nicht-insolventen Tochtergesellschaften veräußern will. Dabei legte Centrosolar auch die vorläufigen Zahlen für diese Unternehmensteile vor. Die Centrosolar America, Inc., der Montagegestellhersteller Renusol haben demnach im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 29 Millionen Euro erzielt. 2012 seien es noch 41 Millionen Euro gewesen. Insgesamt ergebe sich für die beiden operativen Geschäfte ein EBITDA-Verlust von etwa 12,0 bis 12,5 Millionen Euro, hieß es weiter. 7,2 Millionen Euro davon stammten auch Abwertungen auf Darlehen an insolvente Konzernteile. Weitere 3,5 bis 4,0 Millionen Euro seien auf einmalige Kosten und Abwertungen von Lagerbestände zurückzuführen, teilte Centrosolar weiter mit. Die Centrosolar Group sucht sowohl für Renusol als auch die Centrosolar Grundstücksverwaltungs GmbH einen Käufer. Dagegen soll die Centrosolar America künftig das Herzstück einer verschlankten Centrosolar Group bilden und fortgeführt werden.

Im Insolvenzplan ist vorgesehen, dass die Gläubiger zum einen durch die Verkaufserlöse der Tochtergesellschaften und zum anderen durch die Übertragung von Aktien befriedigt werden sollen. Für den Dienstag hat Centrosolar seine Anleihegläubiger zu einer Versammlung eingeladen, in der sie über das Angebot abstimmen sollen. Allerdings ist bei der ersten Versammlung ein Quorum von 50 Prozent erforderlich, dass bei einer zweiten Sitzung dann auf 25 Prozent sinkt. Da sich im Vorfeld nur rund 37 Prozent des ausstehenden Anleihekapitals für die Versammlung angemeldet hätten, sei diese nicht beschlussfähig. Centrosolar hat daher für den 14. April die zweite Anleihegläubiger-Versammlung einberufen. Auf der Sitzung werde es zunächst darum gehen, einen gemeinsamen Gläubigervertreter zu wählen. Dieser müsse dann auf der insolvenzrechtlichen Gläubigerversammlung im Mai einem Umtausch der Anleihe in Aktien von Centrosolar zustimmen. (Sandra Enkhardt)