RWE sieht sich erneut als Opfer der deutschen Energiewende

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RWE Generation hat entschieden, dass Gas- und Dampfturbinenkraftwerk „Claus C“ im niederländischen Maasbracht abzuschalten und vom 1. Juli an zu konservieren. „Ab diesem Zeitpunkt steht die Anlage dem Strommarkt planmäßig nicht mehr zur Verfügung“, teilte der deutsche Konzern mit. Geringe Einsatzzeiten und niedrige Großhandelspreise ließen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zu, hieß es zur Begründung. Schuld ist aus Sicht von RWE einmal mehr die deutsche Energiewende. Der große Zubau von Photovoltaik- und Windkraftanalgen in Deutschland sei verantwortlich, dass viel Strom aus Erneuerbaren in das niederländische Stromnetz gedrängt werden. Die Abschaltung des Gaskraftwerks sei dem Netzbetreiber bereits mitgeteilt worden, hieß es weiter.

RWE hatte das Kraftwerk mit einer Kapazität von etwa 1300 Megawatt erst 2012 in Betrieb genommen. Es gehöre mit einem Wirkungsgrad von knapp 60 Prozent zu den modernsten Anlagen seiner Art. Den Block A des Gaskraftwerks hatte RWE bereits Anfang 2013 konserviert, wie es weiter hieß. Die Stilllegung werde so lange aufrecht erhalten, bis die energiepolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen wieder einen Betrieb zuließen, hieß es weiter. Eine neue Perspektive für das Kraftwerk könnte sich mittelfristig durch seine günstige Lage direkt an der belgischen Grenze eröffnen.

Der deutsche Energiekonzern hatte die RWE Generation zum 1. Januar 2013 gegründet. Dort sind die Erzeugungskapazitäten von RWE in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien gebündelt – insgesamt mehr als 40 Gigawatt. (Sandra Enkhardt)