BUND fordert weiteren dynamischen Photovoltaik-Ausbau

Teilen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die EEG-Reformvorschläge von Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) nicht geeignet, um der Energiewende einen neuen Schub zu verleihen. Die Organisation geht noch weiter und sieht darin ein Ausbremsen des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren in Deutschland. „Ein modernisiertes Ausbaugesetz für erneuerbare Energien muss zuerst den dezentralen Ausbau der regenerativen Stromerzeugung absichern. Die verbrauchernahe Energieerzeugung ist deutlich günstiger und umweltfreundlicher als die zentralistische. Deshalb müssen kostengünstige Windstromanlagen an Land und die Photovoltaik in den Städten entschlossen ausgebaut werden anstatt sie zu deckeln“, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Richtung Bundesregierung.

Gerade die Begrenzung des Zubaus bei Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land sei kontraproduktiv. Gabriel hat in seinem Eckpunktepapier einen Ausbaukorridor von jährlich jeweils 2500 Megawatt vorgesehen. Andererseits unterstützt der BUND aber eine Mengensteuerung bei der Offshore-Windkraft und der Biomasse. Darüber hinaus fordert die Vereinigung die Abschaffung der „ausufernden Vergünstigungen für energieintensive Industriebetriebe“ und eine gerechtere Grundlage für die EEG-Umlage.

Der BUND hat daher auch ein eigenes Eckpunktepapier für eine EEG-Novelle vorgelegt. Darin enthalten sind 13 zentrale Forderungen im Sinne einer Energiewende enthalten. So wird unter anderem die Abschaffung des Deckels bei 52 Gigawatt für die Solarförderung gefordert. „ Diese Beschränkung behindert perspektivisch diese zentrale Technologie der Energiewende. Die inzwischen stark gesunkenen Kosten der Photovoltaik bedeuten, dass der weitere Zubau deutlich kostengünstiger erfolgen wird“, heißt es im ersten Punkt. Gerade Windkraftanlagen an Land und Photovoltaik-Anlagen müssten künftig weiter dynamisch ausgebaut werden und es dürfe keine Mengensteuerung erfolgen. Sie seien die erneuerbaren Technologien, die einen weiteren verbrauchernahen Ausbau ermöglichten. Dieser müsse von der Bundesregierung stärker gefördert werden. Es sei daher auch der falsche Ansatz, einen Systemwechsel in Richtung Ausschreibungen vorzunehmen. Dieses Modell sei für eine Energiewende in Bürgerhand kontraproduktiv. Zudem müsse der Einspeisevorrang für die Erneuerbaren ohne Einschränkungen erhalten bleiben. Der BUND lehnt auch eine Pflicht zur Direktvermarktung für größere EEG-Anlagen ab. Stattdessen sollte die bestehende Marktprämie optimiert werden, so eine weitere Forderung. Mit Blick auf den Netzausbau fordert der BUND, dass sich dieser dem Ausbau der Erneuerbaren anpassen müsse und nicht umgekehrt. Gleichzeitig müssten die Erneuerbaren aber auch mehr Systemdienstleistungen übernehmen, die mit entsprechenden Anreizen gefördert werden sollten. Mit Blick auf die Entlastung der Verbraucher fordert der BUND in seinem Eckpunktepapier eine neue Berechnungsgrundlage für die EEG-Umlage sowie die Weitergabepflicht der gesunkenen Börsenstrompreise per Gesetz. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.