China will heimische Solarindustrie weiter stützen

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Die chinesische Regierung hat zugesagt, die heimischen Photovoltaik-Hersteller weiter stützen zu wollen. Bereits im Juli hat der Staatsrat angekündigt, die installierte Photovoltaik-Leistung bis 2015 auf 35 Gigawatt vervierfachen zu wollen. Davon sollen vor allem die Photovoltaik-Unternehmen aus China profitieren, die angesichts weltweiter Überkapazitäten und sinkender Preise schwer zu kämpfen hat, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Nun erklärte der Staatsrat, dass das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) Maßnahmen ergreifen werde, um „eine gesunde Entwicklung der Photovoltaik-Industrie zu fördern“. Dazu zählten auch die Erstellung von Richtlinien für Fusionen und Übernahmen sowie für eine Standardisierung. Zudem sollten vor allem dezentrale Photovoltaik-Anlagen, die nicht ans Netz angeschlossen sind, sowie die Entwicklung von Batteriespeichersystem stärker gefördert werden, wie es in dem Bericht weiter heißt.

2013 habe sich die chinesische Solarindustrie bereits leicht erholen können. Insgesamt seien nach vorläufigen Schätzungen der China Photovoltaik-Industrie Allianz rund acht Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert worden, davon sechs Gigawatt in Solarparks und zwei Gigawatt bei Dachanlagen. Dennoch stünden Photovoltaik-Hersteller wie LDK Solar oder JA Solar am Rande des Bankrotts, wie Reuters unter Berufung auf den Staatsrat weiter meldet. Zudem sorgen die staatlichen Förderungen auch immer wieder für Streitigkeiten. So hat die US-Tochter von Solarworld nun einen neuen Antrag beim US-Handelsministerium eingereicht, um Schlupflöcher bei den Ende 2012 beschlossen Anti-Dumpingmaßnahmen gegen chinesische Hersteller zu schließen. Erst im Dezember 2013 war nach einer Untersuchung von Anti-Dumping- und Anti-Subventionsvergehen von chinesische Photovoltaik-Herstellern eine Kompromisslösung in Europa in Kraft getreten. Sie sieht Mindestimportpreise und Obergrenzen für die chinesischen Hersteller vor. Alle Unternehmen, die diesen Kompromiss akzeptiert haben, müssen im Gegenzug keine Importzölle zahlen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll das MIIT jüngst eine Liste mit 109 Photovoltaik-Herstellern veröffentlicht haben, die den Vorgaben und Normen entsprechen sollen. Diese dürften auch künftig an staatlichen Ausschreibungen teilnehmen und auf Fördergelder hoffen. Auf dieser Liste stehen viele der wichtigen Photovoltaik-Hersteller aus China wie Yingli, Trina Solar, JA Solar oder GCL. Dabei sind alle Bereiche vom Komponenten über Silizium bis hin zum Modul- und Batteriehersteller aufgelistet. Andere namhafte Hersteller wie LDK Solar und Shunfeng, die gerade den insolventen Konkurrenten Wuxi Suntech mitsamt dessen riesigen Produktionskapazitäten übernehmen, fehlen hingegen auf der Liste. Rund 400 Photovoltaik-Hersteller, die sich auch für einen Platz auf der Liste beworben hätten, hätten die Kriterien nicht erfüllen können. (Sandra Enkhardt)