Auch Kaco new energy will sich mehr selbst versorgen

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Industrieller Eigenverbrauch ist eines der Hoffnungsthemen der Solarbranche. Auch Kaco new Energy zeigt jetzt, was möglich ist. Der baden-württembergische Wechselrichterhersteller hat einen Solarpark mit zwei Megawatt Leitung auf einem Hügel gebaut, der in der an das Werk 5 angrenzenden Gemarkung liegt und einen größeren Teil der elektrischen Energie für das Werk liefern soll.

Dem seien sorgfältige Lastganganalysen vorausgegangen, um das Eigenverbrauchspotential abzuschätzen. Mit Freischaltung des Solarparks im August sei der aus dem Netz bezogene Strom um 70 Prozent zurückgegangen. Da der August einer der sonnenreichsten Monate ist, lässt sich dieses Ergebnis natürlich nicht auf das ganze Jahr fortschreiben. Das bedeutet nach Aussage von Kaco, dass allein Werk 5 mit einem für kleinere und mittlere Unternehmen typischen Bezugspreis von 18,3 Cent pro Kilowattstunden pro Jahr 80.000 Euro weniger für Netzstrom ausgeben werde.

In Zukunft soll noch das Werk 1 angeschlossen und ein Speicher mit einer Kapazität von 550 Kilowattstunden installiert werden. Sobald alle Werke ihren Strom aus Erlenbach beziehen, dürfte sich die jährliche Einsparung bei den Strombezugskosten auf zirka 280.000 Euro belaufen. Diese Summe steht dann für die Finanzierung von Solarpark und Speicher zur Verfügung.

Geschäftsführer Ralf Hofmann will mit dem Projekt auch ein nachahmenswertes Beispiel für Eigenverbrauch im Gewerbe geben. "Mit unseren Projekten wie hier in Erlenbach zeigen wir, dass eine Versorgung mit PV-Strom in industriellem Maßstab möglich ist". Der Großteil der deutschen Unternehmen, die über die Strompreisentwicklung klagen, habe noch Dächer frei. "Dort könnten jeweils ähnliche Leistungen installiert werden wie hier bei uns in Erlenbach."

Show Room für Wechselrichter

Der Park dient dabei nicht nur der Energieversorgung, sondern auch als Vorführanlage für Kunden. Daher sind dort mehrere verschiedene Wechselrichter installiert worden. Ab Frühjahr 2014 werde außerdem ein "Solar-Lehrpfad" durch die Anlage auf Bild- und Texttafeln alles Wissenswerte zur Photovoltaik und einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft erläutern – zum Beispiel die "unschlagbaren Vorteile eines Null-Brennstoff- und Null-Emissions-Kraftwerks".

Wie gut das Geschäftsmodell funktioniert, hängt jedoch auch von politischen Entscheidungen ab. Derzeit wird diskutiert, den Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage zu belasten. Vermutlich wird auch die Abrechnung der Netzumlage mittelfristig geändert werden. "Wir gehen nach den Aussagen des veröffentlichten Koaltionsvertrags davon aus, dass das nur für Neuanlagen gelten soll", sagt der Leiter der Unternehmenskommunikation Andreas Schlumberger.

Der Diskussion verschließt sich das Unternehmen derweil nicht. "Unser Vorschlag ist, jeder beteiligt sich an den Kosten der Netze, aufgeschlüsselt nach Anschlussleistung und Bezugsmenge", sagt Schlumberger. Vorschläge dafür habe der Solarcluster Baden-Württemberg, zu dessen Gründungsmitgliedern Kaco gehört, bereits unterbreitet. Das gelte jedoch nicht für die EEG-Umlage. "Es wird in der Regel Produktion und Transport verwechselt. Der Zug ist nicht das gleiche wie das Gleis". Daher müsse sich die Diskussion auf die Netzkosten beziehen. (Michael Fuhs)

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