Bündnis fordert mehr Transparenz bei EEG-Umlage

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Bei den Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien wird die EEG-Umlage gern als Kampfmittel genutzt. Nun fordert ein Bündnis, dass die tatsächlichen Kosten der EEG-Umlage auf der Stromrechnung offen dargestellt werden. Dafür startet es eine breit angelegte E-Mailkampagne.

Die erneuerbaren Energien – lange Zeit vor allem auch die Photovoltaik – werden als gern als Preistreiber dargestellt, wenn es um die Stromkosten geht. Nun steht am Dienstag die offizielle Veröffentlichung der EEG-Umlage 2014 bevor und bereits im Vorfeld ist ein erneuter großer Anstieg der Kosten propagiert worden. Die erneuerbaren Energien stehen damit wieder im Brennpunkt der öffentlichen Debatte. Ein Bündnis von Organisationen und Fachleuten fordert nun, dass die EEG-Umlage transparenter dargestellt werden muss. Es sei zwar bekannt, dass neue Erneuerbare-Energien-Anlagen nur für einen Bruchteil der Steigerung der EEG-Umlage 2014 verantwortlich sein werde, erklärt die Organisation „Energie neu denken“. „Jedoch ist die gesamte EEG-Umlage derzeit so intransparent und irreführend für die Stromverbraucher in Deutschland, dass der Großteil glaubt, der Ausbau von Sonne und Wind koste einfach viel“, heißt es weiter.

Dies entspreche jedoch nicht der Wahrheit. Im Jahr 2009 sei in die Förderung der erneuerbaren Energien knapp elf Milliarden Euro geflossen. In diesem Jahr werden es voraussichtlich inklusive der Liquiditätsreserve und der Nachholung aus dem vergangenen Jahr etwa 20 Milliarden Euro sein.  Die EEG-Umlage spiegele dies aber nicht wieder. Während die Stromkunden über die Umlage etwa einen Cent je Kilowattstunde als EEG-Umlage zahlten, sind es in diesem Jahr schon 5.277 Cent je Kilowattstunde, wie es weiter heißt. Dies stehe in keinem Verhältnis. Im kommenden Jahr wird zudem mit einer weiteren Steigerung auf 6,3 Cent je Kilowattstunde gerechnet.

Nach Aussagen von „Energie neu denken“ sind ganz andere Faktoren als der reine Bau neuer Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasse-Anlagen für die Preissteigerungen verantwortlich. Zum einen sei es der sinkende Börsenstrompreis, der die Differenz zu den Einspeisevergütungen für die Erneuerbaren immer weiter erhöhen. Der sinkende Börsenstrompreis ist aber der gestiegenen Einspeisung der Wind- und Solarstrom zu verdanken. Die aus diesem Effekt entstehenden Kosten machen voraussichtlich rund die Hälfte der Erhöhung für 2014 aus. Zusätzliche Belastungen entstünden durch die immer großzügiger gestalteten Ausnahmeregelungen für die Industrie bei der EEG-Umlage. Etwa ein Viertel der zu erwartenden Umlagesteigerungen gehe auf das Konto der Industrieprivilegien, schreibt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft weiter.

Um diese Fakten klarzustellen, hat das Bündnis eineE-Mail-Kampagne mit einem Appell für mehr Transparenz bei der EEG-Umlage gestartet. Die Mails werden direkt an die Bundeskanzlerin, die zuständigen Umwelt-, Wirtschafts- sowie Verbraucherschutzministerien und weitere Politiker auf Bundesebene verschickt. (Sandra Enkhardt)