RWE dementiert Aus für Braunkohletagebau

Teilen

"RWE hält an seinen bisherigen Planungen zur Fortführung des Tagebaus Garzweiler II unverändert fest", erklärt der Vorstandsvorsitzende Peter Terium nach entsprechenden Medienspekulationen. Er bezog sich damit auf einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe), wonach der Energiekonzern die vorzeitige Schließung des Bergwerks in Garzweiler bis 2018 aus Kostengründen erwäge. Der größte Tagebau Europas könnte noch so lange betrieben werden, bis die Kohle in den Regionen gefördert ist, aus denen die Anwohner dem Abbau bereits weichen mussten, berichtet die Zeitung unter Bezug auf firmeninterne Szenarien weiter. Dies wäre 2017 oder 2018.

„Moderne Braunkohlenkraftwerke sind ebenso flexibel wie Gasanlagen und können damit gerade in Zeiten der Energiewende eine wichtige Rolle als Partner der erneuerbaren Energien spielen“, erklärte der Energiekonzern. Die Braunkohleförderung in Garzweiler sei ein „fester Bestandteil der Zukunftsplanung“. RWE räumte ein, dass die Braunkohlekraftwerke durch die dank Photovoltaik und Windkraft sinkenden Strompreise an den Großhandelsmärkten wirtschaftlich unrentabel würden. Dem begegne der Energiekonzern mit einem „harten Kostensenkungsprogramm in allen Unternehmensbereichen“. RWE forderte zugleich erneut die Einführung eines Kapazitätsmarktes, um diese fossilen Kraftwerke für die Versorger wieder rentabel zu machen. Die Verbraucherschützer halten dies für unnötig und die Kosten würden dabei zu Lasten der privaten Stromkunden gehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nahm die Meldung zum Anlass, um den Ausstieg aus der Kohleverstromung zu fordern. „Die klimaschädliche Braunkohle ist keine Brückentechnologie, sondern Altlast einer überholten Energieversorgung. Garzweiler muss stillgelegt und der klimaverträgliche Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet werden“, forderte Tina Löffelsend, Energie-Expertin vom BUND. Mit der Kohleverstromung würden die Ziele der Energiewende konterkariert. Trotz des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren sei erstmals seit Jahren der CO2-Ausstoß in Deutschland wieder gestiegen. Grund sei, dass wieder mehr Kohle zur Energieerzeugung in Deutschland genutzt werde. Allein in Nordrhein-Westfalen gilt die Braunkohle als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Es gebe rund 35.000 Arbeitsplätze, die damit in dem Bundesland verknüpft seien, berichtet die SZ weiter. (Sandra Enkhardt)