Unterschiede zwischen den Energiemanagern

Welche Energiemanager haben Sie im Angebot, die man zusätzlich zum Energiemanagement des Speichersystems kaufen kann?

Richter: Wir bieten den Sunny Home Manager von SMA, das Smart Home System von RWE Effizienz und ein Gerät von Allnet an.

Was sind die Unterschiede?

Richter: Das Smart Home System von RWE hat derzeit im Wesentlichen eine Komfortfunktion. Es kann viele Sensoren und Aktoren – über 20 an der Zahl – sehr komfortabel und drahtlos im gesamten Haus vernetzen. Die reinen Energiemanagementfunktionen, die Energieflüsse von der Photovoltaik-Anlage visualisiert und auch leitet, werden nach und nach in den nächsten Monaten implementiert werden.

Langel: Der Sunny Home Manager ist dagegen in erster Linie entwickelt worden, um die Energieflüsse im Haus intelligent zu steuern und die Eigenverbrauchsquote zu maximieren. Dazu gehören auch Managementfunktionen für Speichersysteme und die Berücksichtigung von Wetterprognosen. Der SMA Home Manager ist eher für die Energieflusssteuerung geeignet und das RWE Smart Home System momentan auf den Bereich Komfort und Sicherheit fokussiert.

Was heißt das?

Langel: Komfort und Sicherheit heißt, dass viele Komponenten in das System implementierbar sind, zum Beispiel  Rauchmelder, Lichtsensoren, Rolladensteuerung, Alarmfunktionieren,Heizungssteuerung und vieles mehr.

Aber wenn es mir wirklich darum geht, den Eigenverbrauch zu optimieren, werden die Geräte dann, wenn es in dem RWE Gerät impementiert ist, ähnlich funktionieren?

Langel: Die künftige Funktionalität hat eine vergleichbare Zielsetzung. Beide Systeme haben von eine unterschiedliche Grundidee. Und von dem heutigen Leistungsumfang sind sie an den beiden entgegengesetzten Enden. Das heißt, beide Systeme müssen die Stärken des jeweils anderen konsequent zu Ende definieren.

Richter: Hier sind wir beim Grundproblem der Home Manager, die derzeit auf dem Markt angeboten werden. Sie kommen von einer bestimmten Anwendung her und haben nicht unbedingt die Laststeuerung im Fokus oder die Einbindung sämtlicher elektrischen Verbraucher im Haus. Jetzt haben die Hersteller erkannt, das dies bei steigenden Verkaufszahlen der Speichersysteme ein Thema ist und damit die Eigenverbrauchsoptimierung Endverbraucherfreundlich gestaltet wird.

Was sollte ein Energiemanagementsystem am Ende können?

Richter: Momentan erfolgt die Ansteuerung der elektrischen Verbraucher im wesentlichen über Funksteckdosen. Das sollte aber über die direkte Kommunikation mit den Haushaltsgeräten erfolgen. In Zukunft wird jede Waschmaschine, jeder Toaster, jede Kaffeemaschine über eine Schnittstelle verfügen und darüber direkt vom Energiemanagement angesteuert werden können.Damit werden Funksteckdosen überflüssig.

Langel: Das Ganze muss herstellerübergreifend erfolgen, indem man sich auf einen Standard einigt.

Warum muss ich denn den Toaster anschließen? Der soll doch einfach nur toasten, wenn ich was reinstecke.

Richter: Der Toaster ist nur ein Symbolbild dafür, dass sämtliche Geräte später die Funktionalität haben werden. Das kann der Toaster, oder auch die Kaffeemaschine sein. Dies betrifft sämtliche elektrischen Haushaltsgeräte und ist heute teilweise  schon Realität.

Reicht es nicht heute noch aus, die in Speichersysteme eingebauten Energiemanagementsysteme zu nutzen?

Richter: Jeder redet heute von Energiemanagement und Energiemanagementsystemen. Alle Hersteller sind im Grunde auf dem Stand, dass Ladezustände, aktuelle Produktionszustände und Verbräuche einer Photovoltaik-Anlage dargestellt werden. Hier werden einfach Steckdosen gezielt angesteuert. Man kann bei einigen eine Wettervorhersage reinbringen und damit den Eigenverbrauch um ein paar Prozentpunkte erhöhen. Aber um das wirklich Energiemanagement nennen zu können, gehört wesentlich mehr dazu.

Wenn ich einen Speicher mit Förderung kaufe, habe ich die 60 Prozent Abregelungs-Regel. An der Stelle müssen Energiemanagementsysteme doch wirklich etwas leisten. Wie kann der Kunde einschätzen, welcher das besser kann?

Langel: Das ist in der Tat noch relativ schwierig. Eigentlich können das sowieso immer nur die herstellerspezifischen Systeme. Ein SMA Home Manager kann einen SMA-Wechselrichter aktiv und dynamisch begrenzen. Er kann allerdings kein Fremdgerät steuern.

Haben Sie den Eindruck, dass die alle ähnlich gut funktionieren?

Langel: Mit der bisherigen Datenbasis, die wir haben, kann man davon fast ausgehen. Es ist momentan schwer, einen aussagekräftigen Vergleich zu ziehen, welches Speichersystem am Ende leistungsfähiger als ein anderes ist. Da kommen sehr viele Faktoren zusammen. Momentan sind die Systeme schwer miteinander zu vergleichen. Die Systeme sind individuell auf den jeweiligen Nutzungsbereich abzustimmen.

Sind diese Systeme eigentlich auch für die Anwendung in Gewerbetrieben interessant?

Langel: Auf jeden Fall. Der SMA Home Manager ist beispielsweise nicht limitiert, es sei denn im Megawatt-Bereich.

Richter: Mit dem Energiemanager von Allnet lassen sich tatsächliche Energiebverbräuche sehr genau messen und auswerten. Somit kann der Installateur dem Endkunden ein  maßgeschneidertes Speichersystem anbieten.

Das Gespräch führte Michael Fuhs

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