Deutsche wollen mehr Unabhängigkeit von Energieversorgern

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Derzeit gibt es immer wieder Diskussionen über den Eigenverbrauch. Dabei kommt die Diskussion darauf, dass etwa selbstgenutzter Solarstrom stärker für die allgemeinen Kosten herangezogen werden sollte. Bereits in dem Konzept der sogenannten Strompreisbremse, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im Frühjahr vorlegte, ging es darum den Eigenverbrauch bei großen Anlagen zur Entlastung der allgemeinen EEG-Umlagekosten heranzuziehen. Nun hat sich auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zum Thema geäußert.

Hintergrund ist eine Blitzumfrage, wobei TNS Emnid im Auftrag der Verbraucherschützer 1003 Menschen folgende Frage stellte: „Verbraucher können heute ihren Strom selbst erzeugen, zum Beispiel über eine Solaranlage in Verbindung mit einem Batteriespeicher, und damit unabhängig von ihrem Energieversorger werden. Wie sieht es bei Ihnen aus?“ Ein Prozent der Befragten antwortete darauf, dass sie ihren Strom komplett selbst erzeugten. Weitere fünf Prozent gaben an, einen Teil des eigenen Stroms zu erzeugen. 41 Prozent sagten aus, dass sie ebenfalls gern unabhängig vom Energieversorger werden würden, sich aber die Technik – wie etwa eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeichersystem – nicht leisten könnten. Nach der Umfrage finden 15 Prozent die Idee interessant, eigenen Strom zu produzieren, wissen aber noch zu wenig darüber. 28 Prozent äußerten die Überzeugung, dass die Stromerzeugung in der Hand der Energieversorger bleiben müsse. Holger Krawinkel, Energieexperte beim vzbv, wertete die Ergebnisse als deutliches Zeichen, dass die Verbraucher die Energiewende aktiv mit vorantreiben wollten.

Angesichts des Kostenrückgangs bei Solarmodulen und der technologischen Entwicklung von Batteriespeichern sei davon auszugehen, dass der Eigenverbrauch in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Dies dürfe dann aber nicht zu Lasten der anderen Verbraucher gehen, so Krawinkel weiter. Für den selbst verbrauchten Strom entfallen derzeit die Netzentgelte. „Um eine gerechte Verteilung der Netzkosten sicherzustellen, muss das System der Netzentgelte reformiert werden. Eine Alternative sind leistungsbezogene Tarife“, sagte Krawinkel.(Sandra Enkhardt)