Bosch sucht weiter nach Investoren

Teilen

Bosch ist weiterhin damit beschäftigt, Käufer für sein Photovoltaik-Geschäft zu finden. „Mit höchster Priorität wird ein Investor aus dem Photovoltaik-Umfeld gesucht. Die Bosch-Geschäftsführung hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Interessenten angesprochen und deren Angebote gründlich geprüft. Wichtig ist Bosch dabei, dass ein potenzieller Käufer ein tragfähiges industrielles Konzept und eine langfristige Orientierung, also eine Zukunftsperspektive bietet“, erklärte Bosch-Sprecherin Katrin Lauterbach auf Anfrage von pv magazine. Überdies sei die Investorensuche mittlerweile auch auf branchenfremde Unternehmen ausgeweitet worden.

Bosch nehme seine Verantwortung sehr ernst und arbeite intensiv daran, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Es solle jede Möglichkeit genutzt werden, die hochqualifizierten Mitarbeiter in den modernen Hallen, Anlagen und Entwicklungslabors weiterbeschäftigen zu können, sagte Lauterbach weiter. Dabei sei die Chance, einen Investor zu finden, aus einem laufenden Betrieb heraus deutlich höher. Daher halte Bosch die Produktion und den Vertrieb weiter aufrecht. Es werde auch in neue Produkte investiert, erklärte die Sprecherin mit Verweis auf das kürzlich eingeführte Hochleistungsmodul mit einer Spitzenleistung von bis zu 290 Watt.

Parallel prüfe die Geschäftsführung ganz systematisch, ob die Fertigung anderer Bosch-Produkte an die bisherigen Photovoltaik-Standorte verlagert werden könne. „Die Suche ist allerdings aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation in Europa schwierig“, so die Sprecherin weiter. In einem Offenen Brief hatte sich der Betriebsrat von Bosch Solar Energy AG an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt und sie aufgefordert, sich stärker für den Erhalt der Arbeitsplätze zu engagieren.

Im Frühjahr hatte Bosch verkündet, zum Jahresende aus dem Geschäft mit der kristallinen Photovoltaik aussteigen zu wollen. Für die verschiedenen Standorte sollen nun Investoren gefunden werden; ebenso sucht Bosch Käufer für seinen rund 90-prozentigen Anteil an Aleo Solar. Der Stuttgarter Konzern machte allein im abgelaufenen Geschäftsjahr mit seiner Solarsparte einen Verlust von rund einer Milliarde Euro. Erst im Jahr 2008 hatte sich Bosch für den Einstieg in das Photovoltaik-Geschäft entschieden. Dazu kaufte der Konzern unter anderem Ersol Solar Energy auf, stieg bei Aleo Solar ein und erwarb mit Voltwerk einen Wechselrichter-Hersteller von Conergy. (Sandra Enkhardt)