China verhängt Strafzölle auf Polysilizium aus USA und Südkorea

Teilen

Das chinesische Handelsministerium hat Importzölle für von bis zu 57 Prozent auf hochreines Polysilizium für die Photovoltaikproduktion aus den USA und Südkorea angekündigt. Damit reagiert China auf die in den USA eingeführten Strafzölle von bis zu 250 Prozent auf chinesische Photovoltaikprodukte. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung von China zudem kritisiert, dass in den USA Steuererleichterungen für die Hersteller von „fortschrittlicher Energietechnologie“ gelten.

Die chinesischen Anti-Dumping-Zölle sollen ab dem 24. Juli in Kraft treten. US-amerikanisches Polysilizium wird dann mit Zöllen zwischen 53,3 und 57 Prozent belegt. Für Silizium aus Südkorea gelten Zölle zwischen 2,4 und 48,7 Prozent. Das Norwegische Unternehmen Renewable Energy Corporation REC, das in den USA Polysilizium produziert, und der US-amerikanische Hersteller AE Polysilicon sind mit Zöllen von 57 Prozent am härtesten getroffen. Hemlock Semiconductor und MEMC/SunEdison aus den USA werden mit Zöllen von 53,3 beziehungsweise 53,7 Prozent belegt. In Südkorea wird KCC Corp. and Korean Advanced Materials am härtesten getroffen, mit Zöllen von 48,7 Prozent. Die niedrigsten Zölle gelten für den südkoreanischen Hersteller OCI mit 2,4 Prozent.

Von den chinesischen Strafzöllen ist nur hochreines Silizium für die Photovoltaikindustrie betroffen. Auf weniger reines Silizium für die Elektronik- und Halbleiterindustrie werden keine Zölle erhoben. Auch Polysilizium-Hersteller aus der Europäischen Union, wie zum Beispiel die deutsche Firma Wacker Chemie, bleiben vorerst von Strafzöllen verschont. Vertreter aus China und der EU bemühen sich derzeit in Brüssel um einen Kompromiss im laufenden Handelsstreit, in dem die EU bereits vorläufige Importzölle auf chinesische Photovoltaik-Produkte beschlossen hat. (Edgar Meza, Wenjing Feng; Übersetzt und bearbeitet von Mirco Sieg)