SMA prüft weiteren Stellenabbau

Teilen

Die Konsolidierung des Marktes für Photovoltaik-Wechselrichter geht nicht spurlos an der SMA Solar Technology AG vorbei. Die Auswirkungen hat der Vorstand bereits auf der Bilanzpressekonferenz im März erläutert. „Als Weltmarktführer spürt SMA den skizzierten Nachfragerückgang umso deutlicher“, sagt Konzernsprecherin Anja Jasper auf Nachfrage von pv magazine. Der SMA-Vorstand hatte bereits seit dem vierten Quartal 2012 eine zunehmende Verunsicherung insbesondere auf dem deutschen Photovoltaik-Markt sowie einen starken Rückgang der Nachfrage nach Wechselrichtern festgestellt.

Die lokale Tageszeitung „HNA“ berichtet nun, dass unter den Mitarbeitern spekuliert werde, dass der Umsatz im ersten Quartal um die Hälfte eingebrochen sein soll. SMA-Sprecherin Anja Jasper wollte dies im Vorfeld der geplanten Hauptversammlung nicht bestätigen. Allerdings sagte sie, dass es sich um einen massiven Umsatzrückgang handele. „Wir können uns nicht von der Marktentwicklung abkoppeln und müssen deshalb die Kosten- und Mitarbeiterstrukturen an die veränderten Rahmenbedingungen und das daraus resultierende veränderte Umsatzniveau anpassen“, sagte Jasper pv magazine. Der Vorstand prüfe derzeit die erforderlichen Maßnahmen. Konkrete Aussagen zu Einspar- oder Abbauziele wolle SMA momentan aber noch nicht treffen.

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon habe die Mitarbeiter bereits über die schwierige Situation informiert, berichtet die HNA weiter. Die Zeitung schreibt weiter, dass dem Vernehmen nach 1000 der weltweit 5500 Beschäftigten ihren Job verlieren könnten. Demnächst solle es Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Gewerkschaften zu den Modalitäten geben. Zu Gesprächen mit dem Betriebsrat oder regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen mache SMA prinzipiell keine Aussage, so Jasper weiter.

Der SMA-Vorstand hat wiederholt betont, dass 2013 ein schwieriges Jahr für die Solarindustrie werde. Bestenfalls rechnet der Photovoltaik-Wechselrichterhersteller mit einem ausgeglichenen Ergebnis in diesem Jahr. Bereits im Oktober 2012 kündigte SMA umfassende Restrukturierungen an. Schrittweise wollte sich das Unternehmen von 450 Mitarbeitern und weiteren 650 Zeitarbeitnehmern trennen. Auch bereits damals kündigte der SMA-Vorstand an, dass er von einem Umsatzrückgang auf 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro in diesem Jahr ausgehe und auch ein Verlust nicht auszuschließen sei. SMA-Sprecherin Anja Jasper sagte nun, das Unternehmen bestätige die Umsatz- und Ergebnisprognose für 2013 aus dem vergangenen Herbst weiterhin. Erst kürzlich kündigte Urbon an, SMA zu einem Energiemanagement-Unternehmen umbauen zu wollen. (Sandra Enkhardt)