Bosch liegen erste Kaufangebote für Solarsparte vor

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„Es sind erste Anfragen von Interessenten eingegangen. Wir prüfen diese aktuell auf deren Substanz“, bestätigte die Sprecherin von Bosch Solar, Katrin Lauterbach, auf Anfrage von pv magazine. Einzelheiten wollte Bosch zunächst nicht nennen. Die Dauer der Prüfung hänge von verschiedenen Faktoren ab. „Wir prüfen alle Angebote und Interessenten sehr gründlich. Ziel dabei ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten und die bestmögliche Lösung für die betroffenen Mitarbeiter zu finden“, sagte Lauterbach weiter.

Vor knapp zwei Wochen hatte Bosch seinen Rückzug aus dem Geschäft mit kristalliner Photovoltaik verkündet. Rund 3000 Mitarbeiter, die meisten davon in Arnstadt, sind davon betroffen. Bosch sucht nun Käufer für seine Werke in Thüringen, aber auch für seinen gut 90-prozentigen Anteil an Aleo Solar. Einen Ausstieg aus dem Ausstieg wird es bei Bosch nicht geben. „Bosch hat in den vergangenen Monaten alle Optionen für das kristalline Photovoltaik-Geschäft gründlich geprüft. Bei keiner der geprüften Optionen ergibt sich jedoch eine langfristig wirtschaftlich tragfähige Perspektive. Eine Weiterführung der Geschäfte im Bereich kristalline Photovoltaik ist nicht wirtschaftlich und sogar stark risikobehaftet“, sagte Bosch-Solar-Sprecherin Lauterbach.

Am heutigen Tag fand auch ein von der IG Metall organisierter Protestzug gegen die Schließung der Bosch-Solar-Werke in Arnstadt statt. Allein an den Standorten Erfurt und Arnstadt sind nach Gewerkschaftsangaben die Arbeitsplätze von rund 1800 Menschen direkt betroffen. Viele Jobs in der Region hingen zudem indirekt an den Bosch-Produktionsstätten. Die IG Metall beziffert diese auf rund 3500. "Gerade ein Konzern wie Bosch sollte nicht vorschnell aufgeben", fordert Wolfgang Lemb von der IG Metall Erfurt. Im Falle eines Festhaltens an der Ausstiegsentscheidung verlangt die IG Metall, dass Bosch einen Verkauf innerhalb der Branche prüfe müsse, Die IG Metall wolle, dass der Produktionsstandort Arnstadt erhalten bleibe. Auch Bosch selbst könnte andere konzerneigene Produktionsfelder nach Thüringen verlegen. Die Gewerkschaft will in einem ersten Schritt gemeinsam mit dem Betriebsrat eine verbindliche Zusage der Unternehmensführung, dass Bosch in jedem Fall bis zum Jahresende weiterproduziert und alle Mitarbeiter bis mindestens Ende 2013 weiterbeschäftigt werden. (Sandra Enkhardt)