Kurssprünge bei Solaraktien

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Am Mittwoch hatte Sunpower das 579-Megawatt-Entwicklungsprojekt Antelope Valley in Kalifornien für rund 2,5 Milliarden Dollar an den Stromversorger Midamerican Energy verkauft. Hinter dem Käufer, der Midamerican Energy Holding, steckt Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Buffett wiederum wird ein besonders guter Riecher nachgesagt – und er investiert gerne da, wo es kein anderer mehr will. Der Finanzjougleur soll besser als andere Trends ahnen. Er hatte sich zuvor schon kräftig bei First Solar eingekauft.

Sein Einstieg in das weltgrößte Solarkraftwerk hat am vergangenen Mittwoch und Donnerstag einen Ansturm auf Solaraktien ausgelöst. Sie sind teilweise zweistellig in die Höhe gesprungen.

Der Aktienwert von SolarWorld klettere gestern um 16,2 Prozent, der von SMA stieg um 15,6 Prozent. Das betraf aber auch die chinesischen Hersteller. Yingli-Green-Energy-Werte kletterten gestern um 16,2 Prozent, Trina Solar um 18,1 Prozent und Suntech Power verbesserte sich um 13,8 Prozent. Die Handelsumsätze fielen teilweise fünfmal höher aus, als im Durchschnitt. LDK Solar stieg sogar um 21,5 Prozent.

China, das viele Jahre lang eine gewaltige Solarindustrie aufgebaut hat, aber kaum Anlagen förderte und installierte, wird 2013 vermutlich zum weltgrößten Markt und löst Deutschland damit ab. Bis 2015 sollen in China mindestens 21 Gigawatt Photovoltaikkapazität installiert sein. Jüngst wurde gar eine Anhebung auf 40 Gigawatt ins Auge gefasst. In den USA steht ebenfalls ein Boom bevor. Vor allem große Solarkraftwerke ziehen Investoren an.

Das viele Anleger an eine Trendwende glauben, zeichete sich schon in den letzten Wochen ab. Bereits im Oktober stellte der Analysedienst Wiki-Solar eine Liste an Großprojekten zusammen, die in den USA in Planung seien. Zusammengenommen können sie fast halb so viel Strom produzieren wie alle bereits in Deutschland installierten Anlagen. Erkan Aycicek, Analyst der LBBW, rechnet damit, dass in den USA 2013 etwa sechs Gigawatt neue Kapazität hinzukommen, 50 Prozent mehr als 2012.

Noch aber sind die Überkapazitäten in der globalen Solarindustrie nicht ver-

schwunden. Mit der gewaltigen, durch staatliche Subventionen angetriebenen Expansion der chinesischen Solarindustrie konnte die Nachfrage nicht mithalten. Doch der dadurch ausgelöste Preisverfall hat Photovoltaik weltweit deutlich attraktiver gemacht. Weil gleichzeitig das Angebot durch Insolvenzen und Fabrik- stilllegungen etwas schrumpft, erwarten die Analysten, dass die Preise nur noch leicht fallen. (William Vorsatz)

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