Dänemark verhandelt über neue Solarförderung

In Dänemark wird noch über das neue Gesetz zur Solarförderung verhandelt. Mitte Dezember wird es die zweite Lesung des Entwurfs geben. Kurz vor Weihnachten könnte das neue Gesetz dann endgültig beschlossen werden, wie Andre Menzel von EWS der photovoltaik berichtet. Nachdem das Energieministerium zunächst eine breite Zustimmung zu seinem Gesetzentwurf verkündet hat, gebe es mittlerweile erheblichen Widerstand. Grund sei die verschlechterte Wirtschaftlichkeit für Photovoltaik-Anlagen durch die vorgesehene Neuregelung der Solarförderung, sagt Menzel weiter. Es gebe insgesamt nur wenige, dafür aber gravierende Kritikpunkte, die einer Einigung bedürfen. Einer sei, dass die Einspeisevergütung künftig nur noch für zehn Jahre gezahlt werden soll, was die Eigenkapitalrendite für eine Projektbeispiele unter Null fallen lassen würde, so Menzel weiter.

Sieben der acht im dänischen Parlament vertretenen Parteien in Dänemark haben ursprünglich den Gesetzentwurf zur Änderung der Solarförderung unterstützt. Dies teilte das Energieministerium noch Mitte November mit. Die neuen Richtlinien sollen 2013 in Kraft treten, wie es weiter hieß. Mit dem Gesetz werde die Installation von Photovoltaik-Anlagen etwa für Hausgemeinschaften erleichtert. Es wird ein Net Metering auf stündlicher Basis geben. So sollen dem Ministerium zufolge Photovoltaik-Anlagen, die im kommenden Jahr installiert werden, von den höheren Strompreisen in Dänemark profitieren. Der Verkaufspreis für Elektrizität steige auf umgerechnet 19.43 Cent je Kilowattstunde, die in den ersten zehn Jahren den Photovoltaik-Anlagenbetreibern für ihren selbst verbrauchten Solarstrom zugute kommt. Für den eingespeisten Strom gebe es dann ein Net Metering, dass von einer jährlichen auf eine stündliche Kalkulation umgestellt werden soll, wie es weiter hieß. Dies bedeute, dass die Betreiber von  Photovoltaik-Anlagen den vollen Preis erhalten, wenn sie den Solarstrom direkt verbrauchen und zusätzlich erzeugten Strom für 17,4 Cent je Kilowattstunde über eine Zeit von zehn Jahren nach Installation verkaufen können. In vielen Fällen würden sich die Investitionen innerhalb dieser zehn Jahre amortisieren, heißt es aus dem Energieministerium Dänemarks.

Die Parteien unterstützen außerdem mit großer Mehrheit, dass der garantierte Preis für die eingespeiste Solarenergie jährlich falle. Die Senkung richte sich nach der erwarteten Reduktion der Kosten für Solarmodule. Solarstrom aus einer Photovoltaik-Anlage, die 2014 in Betrieb gehe, werde es dann noch 15,55 Cent je Kilowattstunde für eingespeisten Solarstrom geben. Allerdings seien Systeme, die von mehreren Betreibern als Gemeinschaft installiert würden, bessergestellt. Dieser Solarstrom werden 2014 mit 17,16 Cent je Kilowattstunde vergütet. Damit wolle das Ministerium neue Möglichkeiten für Gewerbebetriebe und Hausgemeinschaften schaffen, sich eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, heißt es weiter.

Die Richtlinien für bereits bestehende Photovoltaik-Anlagen sollen nicht verändert werden. Die Betreiber sparten die verschiedenen Steuern auf den Strompreis – die bei rund 21,5 Cent je Kilowattstunde liegen – weiterhin für 20 Jahre ein und arbeiteten mit einem Net Metering auf Jahresbasis. Die Regierung in Dänemark reagiert mit den neuen Richtlinien auf den starken Zubau von Photovoltaik-Anlagen in diesem Jahr. Nach Angaben des Energieministeriums sind bis Ende Oktober rund 220 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. (Sandra Enkhardt)

Anmerkung der Redaktion: In unserer ursprünglichen Meldung haben wir berichtet, dass das neue Gesetz bereits verabschiedet wurde. Dies ist nicht der Fall.