Bei Sovello steht es „Spitz auf Knopf“

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Am Mittwoch eröffnete das Amtsgericht in Dessau-Roßlau das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Sovello GmbH. Nach zwei Tagen hat nun der bestellte Insolvenzverwalter Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther und Wissing Rechtsanwälte erste Schritte eingeleitet. Die von der Geschäftsführung zugesagte Finanzierung einer Transfergesellschaft für knapp 500 Mitarbeiter könne der Photovoltaik-Hersteller nicht stemmen. „Die finanzielle Lage des Unternehmens ist weit schlimmer als befürchtet. Es steht Spitz auf Knopf“, sagte Flöther. Der Gläubigerausschuss habe seine Ansicht bestätigt und die Schaffung der Transfergesellschaft wegen fehlender Mittel abgelehnt. Die rund 500 Mitarbeiter, denen bereites vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gekündigt worden sei, sollten sich nun umgehend arbeitslos melden, um keine Nachteile zu haben, so Flöther weiter.

Der Insolvenzverwalter will nun die Suche nach einem Investor beschleunigen. Die Gespräche mit bestehenden Interessenten sollten umgehend fortgesetzt werden. Es drohten weitere Entlassungen, sollte nicht kurzfristig ein neuer Geldgeber gefunden werden, sagte Flöther. Mit der Eröffnung des Verfahrens am Mittwoch war das Insolvenzgeld ausgelaufen. Sovello müsse nun die Löhne wieder selbst zahlen. Die Produktion bei dem Photovoltaik-Hersteller solle aber vorerst weiterlaufen.

Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Reiner Beutel, sei auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben entbunden worden, hieß es weiter. Seit Mittwoch liegt die sogenannte Verwaltungs- und Verfügungsgewalt bei dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter Flöther. Die übrigen Mitglieder der bisherigen Geschäftsführung, Hans-Jörg Axmann und Andreas Ehrler, wollten aber den Insolvenzverwalter bei den Investorengesprächen weiter unterstützten.

Sovello hatte Mitte Mai zunächst die Sanierung in Eigenverwaltung beim Gericht beantragt. In den folgenden Wochen wurden Gespräche mit Investoren geführt. Der Einstieg eines chinesischen Investors war dabei im Gespräch. Das Land Sachsen-Anhalt lehnte diese Option am Montag aber als nicht tragfähiges Konzept ab und kündigte an, die finanzielle Unterstützung für den Photovoltaik-Hersteller einzustellen. Nach Prüfung des Berichts des vorläufigen Sachwalters entschied das Amtsgericht am Mittwoch dann, dass formelle Insolvenzverfahren zu eröffnen und lehnte einen Antrag des Managements auf Fortsetzung der Eigenverwaltung ab. (Sandra Enkhardt)