Regierung sucht nach Lösungen für First-Solar-Beschäftigte

Frankfurt/Oder ist schwer von der Krise der Photovoltaik-Industrie gebeutelt. Nicht nur, dass First Solar Ende Oktober seine zwei Werke in der Stadt schließen will; mit Odersun musste jüngst ein weiterer Photovoltaik-Hersteller der Stadt Insolvenz anmelden. Nach neuster Berechnung der Agentur für Arbeit sind neben den 1200 Mitarbeitern bei First Solar auch bis zu 2000 Menschen bei Dienstleistern und Zulieferern davon betroffen, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet. Vertreter mehrerer Ministerien in Brandenburg wollten nun in der kommenden Woche zusammenkommen, um über die angekündigte Schließung von First Solar in Frankfurt (Oder) zu beraten, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Streu, dpa-AFX. Es gebe bereits Ideen, die nun geprüft werden sollten. So sei denkbar, den Logistikstandort Ostbrandenburg weiter ausgebaut werden. Zudem werde geprüft, ob mit deutsch-polnischen Förderprogrammen der Standort weiter entwickelt werden könne. " An der neuen Arbeitsgruppe der Regierung sind den Angaben zufolge die Ministerien für Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Wissenschaft beteiligt“, so Streu weiter.

Nach einem Bericht von RBB Online sind auch Gespräche zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat des Photovoltaik-Herstellers geplant. Dabei werde es um Rahmenbedingungen für einen möglichen Sozialplan gehen, sagte demnach ein Sprecher der IG Metall. Die Arbeitsagentur in Frankfurt/Oder wolle gemeinsam mit First Solar ein Unterstützungsprogramm ausarbeiten. Es gehe vor allem darum, schnell Perspektiven für die Auszubildenden zu finden. Für die Mitarbeiter von First Solar fordert die Landesregierung eine Transfergesellschaft, über die sie neue Jobs vermittelt und für eine Übergangszeit noch Geld bekommen würden. Dem Bericht zufolge hat Konzernchef Mike Ahearn in Gesprächen mit Politiker seine Bereitschaft signalisiert, sich an einer solchen Auffanglösung zu beteiligen. Über Details müsse aber noch verhandelt werden. (Sandra Enkhardt)