BDEW: Stärkung des Eigenverbrauchs zurücknehmen

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert von der Bundesregierung, die geplanten zusätzlichen Anreize beim Photovoltaik-Eigenverbrauch zurückzunehmen. "Die Stärkung des Eigenverbrauchs erhöht die Risiken und Kosten für die Stromversorgung", heißt es in einem Positionspapier des Verbandes, das der photovoltaik vorliegt. Grund sei die dadurch zu erwartenden Veränderungen im Stromverbrauch und die zusätzliche Belastung der Stromnetze. Die durch den Netzausbau anfallenden Kosten würden besonders auf jene Verbraucher verlagert, die keinen eigenen Solarstrom erzeugten. Bei hoher Photovoltaik-Produktion müsse zudem der Strom abgeleitet, beim witterungsbedingten Ausfall der Anlagen die Versorgung aufwändig gesichert werden. "Kommt es aufgrund der volatilen Erzeugung aus Photovoltaik-Anlagen zu Bezugsschwankungen, muss kurzfristig und zu deutlich höheren Preisen Energie beschafft oder zuvor zu viel beschaffte Energie veräußert werden", heißt es dazu in dem BDEW-Papier. Überdies würde es schwieriger für die Stromkonzerne verlässliche Bedarfsprognosen zu erstellen.

„Die Nutzung der Eigenverbrauchsoption ist mit nur geringfügigen Kosten für Anlagenbetreiber verbunden. Eine Stärkung der Förderung kann darüber nicht gerechtfertigt werden“, so der Verband weiter. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte bei der Einbringung des Gesetzesvorlage zur künftigen Photovoltaik-Förderung in den Bundestag Ende März erklärt: "Wir geben einen wirtschaftlichen Anreiz, den Verbrauch nach der Erzeugung auszurichten." Dies sei "in hohem Maße sinnvoll, weil wir damit einen Anreiz für Verhaltensänderungen bieten".

Der BDEW empfiehlt in seinem Postionspapier, „von einer weiteren Stärkung der Eigenverbrauchsförderung – und insbesondere deren Ausdehnung auf Anlagen größer als 30 Kilowatt – Abstand zu nehmen.“ Dies sei „kein geeignetes Instrument, um eine volkswirtschaftlich optimale Nutzung der erneuerbaren Energien herbeizuführen“. Die Bundesregierung sollte stattdessen die Förderung über alle Wertschöpfungsstufen hinweg bewerten und daraus Maßnahmen mit einem entlastenden Effekt für die Verbraucher, Netzbetreiber und Stromlieferanten ableiten, so die Forderung des Verbandes. (Sandra Enkhardt)