Großbritannien gibt Photovoltaik-Vergütung bekannt

Teilen

Unternehmen und Haushalte, die Photovoltaik-Anlagen mit bis zu fünf Megawatt Leistung schon betreiben oder zukünftig installieren, werden in Großbritannien ab 1. April 2010 für die produzierte Elektrizität bezahlt. Das Energie- und Klimaministerium (DECC) hat jetzt die geplanten Einspeisevergütungen nach deutschem Vorbild vorgestellt, die sogar leicht über den im Vorfeld angekündigten Tarifen liegen. Die Vergütung umfasst sowohl Strom, der von den Betreibern selbst genutzt wird, als auch ins öffentliche Netz eingespeiste Energie. In den Genuss der Vergütung kommen alle Betreiber, deren Anlagen seit der Ankündigung der Einspeisetarife im Juli 2009 genehmigt wurden und die Strom mittels Photovoltaik, Biogas, Wind oder Wasser erzeugen.

Die Einspeisetarife lohnen sich vor allem für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen. Solarstrom aus Anlagen bis einschließlich vier Kilowatt wird in den ersten beiden Jahren auf Neubauten mit 36,1 Pence (umgerechnet 41,4 Euro-Cent) je Kilowattstunde vergütet, nachgerüstet auf Altbauten mit 47,3 Euro-Cent. Bei Anlagen über vier und bis zehn Kilowatt gibt es ebenfalls 41,4 Euro-Cent, bei Anlagen über zehn und bis 100 Kilowatt noch 36 Euro-Cent. Solarstrom von größeren Photovoltaik-Anlagen bis maximal fünf Megawatt sowie von nicht netzgebundenen Anlagen wird mit 29,3 Pence (33,6 Euro-Cent) vergütet. Die Einspeisevergütung hat eine Laufzeit von 25 Jahren, die Degression steht noch nicht fest.

Experten rechnen mit Marktbelebung

Derzeit liegt in Großbritannien der Anteil der Erneuerbaren an der Energieversorgung bei gerade einmal 5,5 Prozent, Wärme wird zu weniger als ein Prozent aus erneuerbaren Quellen produziert. Bis 2020 soll der Anteil von Wind, Sonne und Co. an der gesamten Energieversorgung nach dem Willen der britischen Regierung bei 15 Prozent liegen. Als erstes Land der Welt will Großbritannien die Einspeisevergütung daher ab April 2011 auch im Wärmebereich greifen lassen.

Der Analystenfirma IMS Research zufolge wird die von der britischen Regierung angekündigte Einführung eines Einspeisetarifs vor allem das Photovoltaik-Segment des Landes beleben. Ash Sharma, Leiter des Bereichs Renewable Energy Research, sagt dazu: „Die Regierung hat einen noch höheren Einspeisetarif angekündigt als ursprünglich vorgesehen. Damit wird wahrscheinlich ein bedeutender Photovoltaik-Markt in Großbritannien geschaffen, auch wenn die Maßnahme aufgrund der erforderlichen Registrierung wohl erst nach einiger Zeit greifen wird. In Großbritannien, das über eine mit Deutschland vergleichbare Sonneneinstrahlung verfügt, wurden im Jahr 2009 ohne Einspeisetarif Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von lediglich fünf Megawatt installiert. Die Einführung des Einspeisetarifs könnte bereits im Jahr 2011 die Installation einer zusätzlichen Kapazität von 250 Megawatt bewirken.“

EineÜbersicht über die Einspeisetarife gibt es beim britischen Energie- und Klimaministerium. (Petra Hannen)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.