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Schon die 23. European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition (EU PVSEC) im spanischen Valencia galt als Veranstaltung der Superlative: 715 Aussteller auf 50.000 Quadratmetern Messefläche, 30.000 Besucher. Seit Anfang Juli weiß Peter Helm, Geschäftsführer des PVSEC-Veranstalters WIP Renewable Energies, dass die diesjährige Veranstaltung in Hamburg diese Zahlen locker übertreffen wird. Seitdem sind die 65.000 Quadratmeter Fläche auf dem Gelände der Neuen Messe Hamburg mit 800 ausstellenden Unternehmen ausgebucht, die weiterhin eingehenden Anfragen für Messestände werden auf eine Warteliste gesetzt. Peter Helm sieht darin eine Bestätigung des Veranstaltungskonzepts. „Die 24. EU PVSEC ist die führende internationale Networking-Plattform für die Bereiche Business-to-Business und Science-to-Business.

Sie bietet PV- und Solar-Fachleuten eine einmalige Kombination aus einer hochrangigen Konferenz und einer Industriemesse für die gesamte PV-Wertschöpfungskette.“

Etwa 4.000 Konferenzteilnehmer und 40.000 Messebesucher aus aller Welt erwarten die Veranstalter in diesem Jahr in der Hansestadt. Die Konferenz läuft vom 21. bis zum 25. September im Congress Center Hamburg, die begleitende Fachmesse vom 21. bis zum 24. September auf dem benachbarten Gelände der Neuen Messe. Auch für die Konferenz verzeichnet WIP einen neuen Rekord: bei der Zahl der eingereichten wissenschaftlichen Beiträge. Mit 1.583 Abstracts ging die höchste Zahl an Bewerbungen zu Konferenzbeiträgen in der Geschichte der PVSEC ein – 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr für Valencia. Ein international besetztes wissenschaftliches Komitee, bestehend aus 140 Vertretern aus Forschung und Industrie, hat daraus ein anspruchsvolles Programm mit 288 Plenar- und Fachvorträgen sowie 1.000 Posterpräsentationen gestrickt. Die eingereichten Beiträge stammen aus insgesamt 72 Ländern, aus Europa ebenso wie aus Nord- und Südamerika, aus vielen Ländern Asiens und Afrikas sowie aus Australien – für die Veranstalter nicht nur Zeichen des internationalen Interesses, sondern auch der internationalen Bedeutung des Themas und der Veranstaltung.

An jedem der fünf Konferenztage wird ein breites Spektrum aus allen Bereichen der Photovoltaik behandelt: Marktentwicklung und politische Rahmenbedingungen, Dünnschicht- und Siliziumzellen sowie neue Zell- und Modulkonzepte, Engineering, Integration und Prozesse, Rohstoffe und Komponenten. Branchenexperten aus den verschiedenen Disziplinen werden jedes Thema intensiv diskutieren und dabei auch Neuland betreten. „Organische Solarzellen beflügeln die Phantasie der Wissenschaftler und Konsumenten“, sagt Konferenz-Chairman Wim Sinke, im Hauptberuf Professor an der niederländischen Universität Utrecht und Photovoltaik-Experte beim Energy Research Centre (ECN) der Niederlande. „Zum ersten Mal hat dieses Thema im Rahmen dieser Konferenz eine eigene Vortragsreihe bekommen. Obwohl organische Solarzellen noch nicht auf unseren Dächern angekommen sind, haben sie dennoch ein großes Potenzial. Wir sind gespannt auf die Forschungsergebnisse der Institute aus aller Welt, aber auch auf die ersten Produktmuster, die sicher auf der Ausstellung vorgestellt werden.“

Plattform für die gesamte Branche

Denn ebenso wie die Konferenz deckt auch die Fachmesse das gesamte Spektrum der Photovoltaik ab. Die Unternehmen kommen aus allen Bereichen der PV- und PV-Zulieferindustrie, unter ihnen sind Zell- und Modulhersteller ebenso wie Maschinenbau-Unternehmen und Systemanbieter sowie Forschungsinstitute und Fachfirmen für Projektentwicklung. Diese Präsenz aus allen Teilen der Wertschöpfungskette ist ein wichtiges Argument für die Aussteller, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der PVSEC treu zu bleiben, während viele andere Messen und Kongresse mit rückläufigen Teilnehmerzahlen zu kämpfen haben. „Für das Solargeschäft bei Oerlikon ist die PVSEC eine der wichtigen B2B-Veranstaltungen der Photovoltaik“, sagt Sven Jarby von Oerlikon Systems in Liechtenstein. Dem schließt sich Hans-Jürgen Stangl an, Vorstandsmitglied der Singulus Technologies AG und Vorstandsvorsitzender der Stangl Semiconductor Equipment AG: „Die EU PVSEC hat sich zu einer idealen Kombination aus Konferenz und Fachausstellung entwickelt, zu einer wichtigen Informationsqelle für zukünftige Trends und Entwicklungen im Solarbereich. Zudem ist sie die wichtigste Veranstaltung des Jahres, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen und bestehende Geschäftsbeziehungen zu intensivieren.“

Das freut natürlich WIP-Geschäftsführer Peter Helm. Er sieht in dem großen Interesse ein Zeichen dafür, „dass auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise die Photovoltaik als Zukunftsindustrie mit einem hohen Wachstumspotenzial angesehen wird“. Und Konferenzleiter Wim Sinke empfindet es als sehr ermutigend, dass die Solarenergie trotz der gegenwärtig harten Zeiten nach wie vor ganz oben auf der Tagesordnung steht – immerhin sei sie der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energieversorgung. „Die Photovoltaik entwickelt sich rasend schnell zum Massenprodukt. Die produzierten und installierten Mengen liegen mittlerweile im Gigawatt-Bereich. Ambitionierte Vorhersagen gehen davon aus, dass hiermit das solare Zeitalter anbrechen könnte – oder besser: anbrechen wird.“

An dieser Entwicklung arbeiten alle Macher und Teilnehmer der PVSEC, auch und gerade durch die Verknüpfung von Forschung und Praxis. „Dieser Austausch ist absolut notwendig“, sagt EPIA-Präsident Winfried Hoffmann. „Zum einen, um die Industrie zu den nächsten Produktinnovationen zu treiben. Aber auch, um die Photovoltaik schrittweise hin zu echter preislicher Wettbewerbsfähigkeit mit allen anderen Technologien für die Stromerzeugung zu entwickeln.“ Diese Ziele hat auch das 6. European PV Industry Forum, das EPIA und WIP im Rahmen der PVSEC gemeinsam organisieren. Dieses Forum konzentriert sich auf die Zukunft der globalen PV-Industrie.

Weitere Unterstützer der PVSEC sind die Europäische Kommission, der Natural Science Sector der Unesco, das World Council for Renewable Energy (WCRE) – und die International Photovoltaic Equipment Association IPVEA. Und noch jemand verspricht sich viel von der PVSEC: die Hamburg Messe und Congress GmbH. „Die Veranstaltung unterstreicht einmal mehr unsere Strategie, uns auf Zukunftsbranchen zu konzentrieren. Außerdem wird Hamburgs Position als grüne Stadt und Umweltstandort gestärkt“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Zusammen mit der European Biomass Conference and Exhibition, der Acqua Alta, der Husum Wind Energy und der H2Expo haben wir jetzt ein attraktives und vielseitiges Portfolio im Bereich innovativer Umwelttechnologien.“