Europäischer Erfolg trifft US-Ambitionen

Die anregende Stimmung, die vom 14. bis 16. Juli im Moscone Center zu spüren war, hatte sowohl mit dem Konzept als auch mit der schieren Größe der Veranstaltung zu tun. Während im Vorjahr 210 Firmen ihre Produkte präsentierten, waren nun 444 Aussteller aus 79 Ländern vertreten. An die 17.000 Fachbesucher aus 90 Ländern kamen auf die Messe.

Im Fokus standen die politischen Rahmenbedingungen und die Kostensenkung. Eicke Weber, Direktor des Fraunhofer ISE und Vorsitzender des Konferenzausschusses der Intersolar North America, mahnte „effektive Förderinstrumente“ an. „In den USA sind die politischen Rahmenbedingungen für eine Verknüpfung zwischen Technologie- und Energiepolitik noch nicht gegeben“, betonte Weber. Notwendige Kostensenkungen stellten deshalb ein besonderes Problem dar. Das Net-Metering sei kein geeignetes Instrument für den Ausbau der Photovoltaik, weil Anlagenbetreiber dadurch nur den Anteil des Stroms auf ihrer Stromrechnung einsparen könnten, den sie selbst solar erzeugen.

Entsprechend rege war das Interesse an erfolgreichen Fördermodellen. „Das Bedürfnis nach weiteren Informationen darüber, was in anderen Ländern bereits erreicht wurde, ist groß“, betonte Veranstalter Horst Dufner. Viele Vertreter der amerikanischen Solarindustrie wollten „ein Gespür dafür kriegen, welche politischen Rahmenbedingungen erforderlich sind“. Als Erfolgsbeispiel diente – wieder einmal – das deutsche EEG. Auch wenn es derzeit angesichts der Rezession bei der Kapitalbeschaffung hapert, herrschte in den Messehallen doch große Begeisterung angesichts der zukünftigen Chancen. Oder in Eicke Webers Worten: „Keine Weltuntergangsstimmung, sondern Aufbruchstimmung und das Gefühl, Neuland zu betreten.“

Wenn es jedoch für die Verbraucher keine Anreize gibt, „bleiben die vollen Regale wohl noch eine ganze Weile voll“, so Mike Allison, Executive Vice President von Edwards Vacuum Pumps, einer internationalen Firma, deren amerikanische Zentrale sich in Tewksbury/Massachusetts befindet. Doch Allison gibt die Hoffnung nicht auf: „Tagtäglich kommt es zu Verbesserungen in der Leistungsfähigkeit der Solartechnik, und jeden Tag werden innovative Lösungen entwickelt, die die Kosten pro Watt spürbar senken, so dass diese sich der Ein-Dollar-Marke nähern.“ Wie andere Aussteller auch verzeichnet er ein „deutlich gewachsenes Besucherinteresse“. Damit hat die diesjährige Intersolar North America ihr Ziel erreicht, eine wichtige internationale Business-Plattform zu sein.