Vom Bittsteller zum Partner

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Das Jahr 2008 war ein Rekordjahr. 1,5 Gigawatt wurden nach Schätzungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) in Deutschland installiert. Das Marktforschungsunternehmen EuPD Research geht sogar von 1,75 Gigawatt aus. Allerdings steckt in den Zahlen auch ein gewisser Vorzieheffekt. Soll heißen, dass viele Betreiber ihre Anlagen unbedingt noch 2008 ans Netz bringen wollten. Denn mit dem neuen Jahr sinkt mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Einspeisevergütung. Auch in Spanien – dem bisherigen Boommarkt in Europa – hat die Regierung Ende September die Einspeisevergütung erheblich abgesenkt und noch dazu das jährliche Wachstum auf 500 Megawatt begrenzt. Wer bis zum Stichtag seinen Antrag nicht durchbekam, hat vielfach storniert. Entsprechend viele Module traten aus Spanien ihren Rückweg nach Deutschland an. Hier treffen sie jetzt auf die erhöhte Degression und die Kreditklemme, die so einigen geplanten Anlagen schon den Garaus gemacht hat. Damit entsteht unter den Anbietern von Photovoltaikanlagen ein echter Wettbewerb, und das heißt, dass nicht nur der Kunde König wird (Seite 24), sondern auch die Handwerker und Installateure sich plötzlich in einer ganz neuen Geschäftsposition wiederfinden. Quasi vom Bittsteller zum umworbenen Geschäftspartner für die Hersteller. Der Markt wird deshalb wohl trotzdem nicht einbrechen. Auch 2009 sieht der BSW einen Zubau von 1,5 Gigawatt. Je nach Sichtweise das zweite Rekordjahr in Folge oder einfach Nullwachstum.

Selbst bei Nullwachstum auf dem Land, auf dem Wasser könnte die Photovoltaik schon bald ganz neue Märkte und Einsatzbereiche erschließen. Nun sind Module auf Booten zwar keine Seltenheit mehr, völlig energieautarke Hausboote dagegen schon. Noch dazu, wenn die sogar das ganze Jahr über bewohnt sein sollen. Aber gerade da wollen die Veranstalter der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land hin. Deshalb haben sie einen Realisierungswettbewerb moderner Formen schwimmender Architektur ausgeschrieben. Ab Seite 62 stellen wir Ihnen einige dieser faszinierenden Entwürfe vor.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Karsten Schäfer

Chefredakteur