Im Mai erörterte Lukas Stettner von der Umweltbank in einem pv magazine-Webinar, ob sich Photovoltaik-Unternehmen den PPA-Markt auch für kleinere Projekte erschließen können. Das traf auf großes Interesse. Wir haben nachgefragt, was seither geschehen ist.
Kohle- und Atom-Ausstieg sowie CO2-Bepreisung – der Energiemarkt in Deutschland erlebt einen grundlegenden Umbruch. Ausschlaggebend hierfür ist die Installation von Photovoltaik-Anlagen. Anhand eines Vier-Säulen-Modells zur Finanzierung mittlerer und großer Photovoltaik-Projekte zeigt André Hückstädt, Leiter der Abteilung Energie und Infrastruktur bei der Umweltbank, wie die Energiewende gelingen kann.
Nahe des Marburger Hauptbahnhofs entsteht eine Photovoltaik-Anlage mit 50 Kilowatt Leistung an der Fassade eines Radiologiezentrums. Dafür haben die Stadtwerke Marburg und der Verein Sonneninitiative einen PPA abgeschlossen, der die langfristige Finanzierung des Projekts sicherstellt.
Im ersten Quartal soll das Photovoltaik-Kraftwerk dann komplett am Netz sein. Statkraft und Anumar schlossen dafür nun einen weiteren Stromabnahmevertrag für 40 Megawatt und einer Laufzeit von 10 Jahren. Für insgesamt 90 Megawatt gibt es damit einen PPA und für die restlichen 30 Megawatt sicherte sich Anumar Zuschläge in den Photovoltaik-Ausschreibungen.
Der Zulieferer will den Ökostrom aus regionalen Photovoltaik-Anlagen aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern beziehen. Dafür wurde eine Vereinbarung geschaffen, die „kein PPA von der Stange“ sei.
Die Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage, die im Auftrag des Neckar-Elektrizitätsverbands realisiert wird, ist noch für den Herbst geplant. Der Stromabnahmevertrag ist Teil einer Vereinbarung zwischen RWE Supply & Trading und Bosch über insgesamt 50 Megawatt.
Rund 240 Gigawattstunden Solarstrom will der Energiekonzern über 10 Jahre abnehmen. Die drei Photovoltaik-Anlagen sollen im nächsten Jahr in Spanien ans Netz gehen.
Die Anlage in El Paso soll über eine Photovoltaik-Leistung mit 175 Megawatt sowie einem Speichersystem mit 25 Megawatt Leistung bestehen. Die Speicherkapazität reicht aus, um die Stromversorgung für vier Stunden zu sichern und soll gerade in teuren Spitzenlastzeiten zum Einsatz kommen.
Der Bremer Projektierer baut seine Projektpipeline im In- und Ausland weiter aus. Dabei spielen Stromabnahmeverträge eine immer wichtigere Rolle, wie Energiekontor bei Vorlage der Halbjahreszahlen erläuterte.
Die beiden förderfreien Solarparks „Talayuela“ und „La Cabrera“ sollen trotz eines zwischenzeitlichen Baustopps wegen der Corona-Pandemie termingerecht ans Netz gehen. Zudem bestätigt das Hamburger Unternehmen die Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2020.