Im Januar, April und Mai lag der Anteil von Photovoltaik, Windkraft und Co. angesichts günstiger Witterungsbedingungen sogar bei 43 Prozent am Bruttostromverbrauch. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet erwartet BDEW und ZSW bei durchschnittlichen Windbedingungen, dass der Anteil bei 38 Prozent bleiben wird. Den größten Zuwachs in diesem Jahr bisher verzeichnete die Photovoltaik.
Das Bundeswirtschaftsministerium lobt einmal mehr die EEG-Reformen der vergangenen Jahre, die nun zum erneuten Absenken der EEG-Umlage geführt haben. Die Grünen fordern für eine Kostentransparenz die Einführung eines CO2-Mindestpreises. Dies sehen auch viele Verbände, darunter der BEE und der bne so. Selbst der BDEW fordert eine Entlastung der Verbraucher beim Strompreis.
Nach Aussagen des Verbands profitiert vor allem das Bundesfinanzministerium von den steigenden Strompreisen. Der BDEW fordert daher im Zuge des Kohleausstiegs auch eine Senkung der Stromsteuer und die Finanzierung des privilegierten Letztverbrauchs der Industrie bei der EEG-Umlage aus Steuermitteln.
Nach Auffassung des Verbands darf sich Deutschland nicht auf die Stromimporte seiner europäischen Nachbarn verlassen, wenn es sich für einen zügigen Kohleausstieg entscheidet. Der BDEW fordert rasche Investitionen in Gaskraftwerke, bessere Bedingungen für Energiespeicher und Kraft-Wärme-Kopplung sowie einen beschleunigten Netzausbau. Mehr erneuerbare Energien sind dagegen nach der Analyse nicht die Lösung.
Künftig sollen Elektroautos, die als Dienstwagen genutzt werden, steuerliche Vergünstigungen erhalten. Nach einem Medienbericht dürfte dies den Bundeshaushalt mit rund 1,8 Milliarden Euro zwischen 2019 und 2021 belasten. Bei der Kaufprämie ist die Zahl der Anträge für Elektroautos und Hybridfahrzeuge auf über 70.000 gestiegen, wie die monatliche Aktualisierung des Bafa zeigt.
Nach den ersten Schätzungen des Verbands trugen die Erneuerbaren im ersten Halbjahr 36,3 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Die Photovoltaik steigerte ihren Anteil auf 7,3 Prozent. Nach Einschätzung des BDEW ist der „marktgetriebene, schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung schon in vollem Gange“.
Die Energiewende ist in Deutschland vor allem eine Stromwende. Künftig soll die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrsbereichs das ändern. Der Spitzenverband der Energiewirtschaft hat dafür nun die Stabsstelle Sektorkopplung eingerichtet. In ihr sollen die Anliegen der verschiedenen Wertschöpfungsstufen und Sparten koordiniert und gebündelt werden.
Zum Auftakt der Hannover Messe hat der Verband eine Analyse zum Kraftwerkspark in Deutschland veröffentlicht. Der BDEW fordert in diesem Zuge bessere Bedingungen für Energiespeicher, Kraft-Wärme-Kopplung, Gaskraftwerke und Netzausbau, um das Klimaziel 2030 zu erreichen. Allerdings lässt er größere Photovoltaik-Projekte und Windparks an Land bei seiner Betrachtung komplett außer Acht.
Insgesamt sind bis Ende März beim BAFA 57.549 Anträge für Elektrofahrzeuge eingegangen. Die Fördersumme überstieg damit die 200 Millionen Euro-Marke – das ist ein Sechstel des geplante Fördervolumens. Wegen der schwachen Nachfrage schlägt der BDEW-Hauptgeschäftsführer vor, künftig nicht abgerufene Gelder in den Aufbau der Ladeinfrastruktur zu stecken.
Als Meilenstein der Energiewende und Sternstunde für den Klimaschutz bezeichnet Carsten Körnig vom BSW-Solar die jüngsten Ausschreibungsergebnisse für große Photovoltaik-Anlagen. Selbst der BDEW muss einräumen, dass die erneuerbaren Energien „zunehmend konkurrenzfähig“ werden.