Die Indizien verdichten sich, dass kurzfristig eine Einigung im laufenden Handelsstreit der EU mit China wegen billiger Photovoltaik-Importe gefunden wird. Die EU-Kommission setzt alles daran, kurzfristig eine Verhandlungslösung zu finden. Auch chinesische Industrievertreter rechnen mit einer baldigen Einigung. Die Vereinigung EU ProSun, die die Anti-Dumping- und Anti-Subventionsbeschwerde in Brüssel eingereicht hat, sieht in dem chinesischen Angebot allerdings keine akzeptable Lösung für den Handelsstreit.
Der japanische Konzern will seine einzige Produktionsstätte für Solarzellen in Ungarn schließen. 500 Arbeitsplätze gehen damit verloren.
Allein im Mai und Juni sind nach Angaben der Bank mehr als 500 Kreditanträge für Batteriespeichersysteme für kleine Photovoltaik-Anlagen gestellt worden. Das Volumen belaufe sich dabei auf rund zehn Millionen Euro.
Nach Ansicht von Finanzmarktexperten ist es eher erstaunlich, dass das Hamburger Photovoltaik-Unternehmen erst jetzt den Gang zum Amtsgericht antrat. Zugleich liegen die Hauptgründe für die Insolvenz schon einige Jahre zurück, als das Management des börsennotierten Unternehmens einen Wandel des Geschäftsmodells vollzog. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat schon vor zwei Jahren Anklage gegen ehemalige Führungskräfte von Conergy erhoben.
Das nächste große Photovoltaik-Unternehmen ist Pleite. Conergy konnte keine Einigung mit den Banken erzielen. Auch alle Tochtergesellschaften in Deutschland, darunter Mounting Systems, werden einen Antrag für ein vorläufiges Insolvenzverfahren stellen.
Bittere Medizin oder die Kraft der Erneuerung/
5 Thesen zu Irrtümern und Erkenntnissen aus der Photovoltaik-Branche
Der Chef der Deutschen Energieagentur hat in einem Zeitungsinterview eine mögliche EEG-Umlage von bis zu sieben Cent je Kilowattstunde ins Spiel gebracht. Erst am Montag veröffentlichte Greenpeace eine Studie, wonach mit einem Anstieg auf knapp 6,1 Cent je Kilowattstunde zu rechnen ist.
Während Deutschland als wichtiger Absatzmarkt für Photovoltaik-Produkte an Boden verlieren, könnte die wachsende Nachfrage in China und Japan zu einem weiter steigenden globalen Zubau führen. Die Analysten von NPD Solarbuzz rechnen mit einer neu Installierten Photovoltaik-Leistung von mehr als 35 Gigawatt in diesem Jahr.
Nach vorläufigen Schätzungen des BDEW haben die Photovoltaik-Anlagen im Juni in Deutschland knapp 4300 Gigawattstunden Solarstrom produziert. Soviel wie nie zuvor. Zugleich sank der Marktwert für Solarstrom auf einen historischen Tiefststand. Doch nicht nur die Sonne sorgte für einen Rekordanteil bei der Photovoltaik. Auch der Wind blies kräftig und die erzeugte Windstrommenge stieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.
Die Insolvenzen, Verluste und Produktionskürzungen deutscher Photovoltaik-Unternehmen zeigen bereits, in welch schwierigen Lage die Solarindustrie in Deutschland steckt. Eine Anfrage der Linkspartei ergab nun, dass nur noch rund 87.000 Arbeitsplätze in der deutschen Photovoltaik-Industrie vorhanden sind und auch die Umsätze der Unternehmen stark geschrumpft sind. Die fortwährenden EEG-Diskussionen sind aus Sicht der Bundesregierung dafür aber nicht verantwortlich.