Letzte Woche wurde es amtlich: Das Photovoltaik-Unternehmen hat in 2018 massiv an Umsatz verloren und ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Eine Konsequenz ist, dass sich SMA schneller weiter zum System- und Lösungsanbieter entwickeln will. Vorstandsprecher Jürgen Reinert erkläutert die derzeitige Situation, die Strategie und welche neuen Produkte das Unternehmen anbietet.
Wochenweise war im Vormonat bereits das Ziel der Bundesregierung für 2030 verwirklicht worden: 65 Prozent Anteil Erneuerbare. Über den gesamten Monat betrachtet verzeichnete Deutschland ebenfalls einen neuen Rekord mit mehr als der Hälfte der Stromerzeugung, die aus Windkraft, Photovoltaik und Co. stammte. Im ersten Quartal lag der Anteil bei 45,4 Prozent an der Nettostromerzeugung, wie Energy Charts vom Fraunhofer ISE veröffentlichte. Allerdings ist der Windkraft-Zubau extrem eingebrochen und bei der Photovoltaik ist dies wohl auch in Kürze als Folge des Energiesammelgesetzes zu erwarten.
Die erneuerbaren Energien sind 2018 um 171 Gigawatt gewachsen, davon entfielen 94 Gigawatt auf die Photovoltaik, meldet die internationale Erneuerbaren-Agentur IRENA. Demnach machen Erneuerbare jetzt ein Drittel der weltweiten Stromerzeugungskapazität aus.
Inzwischen sind Systeme auf dem Markt, die inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt kosten. Damit rückt dem Branchenverband zufolge die Wirtschaftlichkeit von Solarstromspeichern näher.
Dem Verband zufolge gibt es in Deutschland nicht genug neue Kraftwerksprojekte, um den Ausstieg aus der Atomenergie und der Kohleverstromung auszugleichen. Das zeigt eine vom BDEW zusammengestellte Liste mit Bauvorhaben ab 20 Megawatt Leistung.
Angesichts der monatlichen Kürzungen der Solarförderung für große Photovoltaik-Dachanlagen versuchen viele, ihre Projekte schnellstmöglich ans Netz zu bringen. Zum 1. April griff die letzte Stufe der Sonderkürzungen, die im Energiesammelgesetz beschlossen wurden.
Bereits bis zur Sommerpause will die Bundesregierung die Neuregelung beschließen, die dann auch direkt in Kraft treten soll. Demnach soll die Solarförderung künftig nur noch gezahlt werden, wenn Solarmodule mit einer Leistung von mindestens 350 Watt in den Photovoltaik-Anlagen verbaut sind. Berlin reagiert mit der Verordnung auf ein Verlangen der EU-Kommission, die von den Mitgliedsstaaten mehr Nachhaltigkeit bei der Förderung erneuerbarer Energien fordert.
Viele Verteilnetzbetreiber verlangen offenbar viel zu hohe Preise von Photovoltaik-Anlagenbetreibern, zumal wenn diese nicht zur Direktvermarktung des Solarstroms verpflichtet sind. Die Gebühren für die RLM-Zähler schwanken nach Auswertung von Com-Metering zwischen 200 und 1070 Euro pro Jahr.
Knapp 750 Bewilligungen der 3600 Anträge, die im ersten Jahr der Förderung eingingen, stehen nach Angaben des Umweltministeriums in Stuttgart noch aus. Es kündigte zudem an, dass das Programm ausläuft, sobald das Fördervolumen von zehn Millionen Euro erreicht ist und das könnte bereits Pfingsten der Fall sein.
Interview: Die Betrachtung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, wonach sich Photovoltaik-Anlagen auf den Schulneubauten wirtschaftlich nicht lohnen, greift für den Grünen-Abgeordneten Andreas Otto zu kurz. Er setzt darauf, dass die Neubauten später von externen Anbietern mit Photovoltaik-Anlagen nachgerüstet werden. Zudem hält er eine Solarpflicht nach dem Vorbild Tübingens auch in der Hauptstadt für notwendig.