Liebe Leserin, lieber Leser, „Eine verantwortungsvolle, vorausschauende Energiepolitik ist nicht nur entscheidend für unsere Wirtschaft und unser Klima, sondern auch entscheidend für unsere Sicherheit.“ Wo die Anforderungen des Klimaschutzes oft nur gegen zähen Widerstand ins Feld geführt werden konnten, schafft Putins Überfall auf die Ukraine schnell Klarheit. Das zeigt die „Zeitenwende-Rede“ von Bundeskanzler Olaf Scholz […]
Zeitenwende V: Mehr Attraktivität, mehr Weiterbildung, mehr Effizienz und mehr Zuwanderung. Die Experten sind zuversichtlich, dass der Ausbau zu stemmen ist. Das Wesen der Zeitenwende ist, dass alle wachgerüttelt sind.
Kredite: Die Bankenwelt soll offenlegen, wie anfällig ihr Geschäft für Transitionsrisiken ist, wie stark sie sich in Bereichen wie erneuerbaren Energien engagieren und wie gut sie auf den Klimawandel vorbereitet ist. Das könnte ein Anreiz für die Kreditvergabe an Photovoltaikprojekte sein, wenn die Taxonomie kleine Unternehmen nicht schützen wollte.
Portal: Nur einmal die relevanten Daten eingeben und mehrere indikative Angebote für Photovoltaikanlagen von verschiedenen Anbietern erhalten. Dies ermöglicht Selfmade Energy und minimiert zugleich den Akquiseaufwand für die Installationsfirmen, deren unverbindliche Angebote anhand der hinterlegten Daten ohne Vor-Ort-Termin automatisiert erstellt werden.
Kurzfristige Maßnahmen: Ein Schlüssel zur Unabhängigkeit von russischen Gasimporten liegt im Umstieg auf erneuerbare Wärme und Energiesparen. Martin Pehnt erläutert, wie Installateure und Verbraucher kurzfristig vorgehen können. Er ist wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) in Heidelberg.
Zeitenwende II: Regionalisierung der Wertschöpfungsketten steht schon seit Längerem wieder höher im Kurs, etwa bei der Batterie- und Chip-Produktion in der EU. Die aktuellen Entwicklungen weisen auch auf die Schwierigkeiten in der Photovoltaik-Wertschöpfungskette hin und beflügeln die Ideen zu mehr Produktion in Europa.
Flächen: Experten sind sich weitgehend einig, Deutschland hat genug Flächen, um die erhöhten Ausbauziele zu erreichen. Doch Planer und Projektierer von Freiflächenanlagen sehen sich gerade auf kommunaler Ebene zahlreichen Hemmnissen gegenüber, die in der Bundespolitik bislang nicht erkannt werden. Dabei gibt es Möglichkeiten, um dies künftig zu ändern – entweder über das Baugesetzbuch oder durch Flächenvorgaben für die Länder.
Steuertipps: Wer eine Photovoltaikanlage betreibt und aus der Einspeisung von Strom Einkünfte erzielt, darf nicht mehr vom Lohnsteuerhilfeverein beraten werden. Er muss seine Steuererklärung selbst erstellen oder einen Steuerberater hinzuziehen. Eine einfache Gesetzesänderung könnte dieses Problem schnell lösen.
Zubau: Photovoltaik an der Fassade ist immer noch eine Nische. Während bauwerkintegrierte Fassadenanlagen individuell geplant und konstruiert werden müssen, gibt es für vorgehängte Photovoltaikfassaden standardisierte Montagesysteme. Insgesamt könnten so Flächen für weitere 200 Gigawatt Solarleistung erschlossen werden.
Anlagengröße: Meistens werden bei privaten Photovoltaikanlagen nur Bruchteile der verfügbaren Dachflächen genutzt. Mit einer neuen Vergütung für Volleinspeiseanlagen soll die vollständige Nutzung der Flächen begünstigt werden, denn damit könnten sich große Anlagen auf kleinen Dächern wieder lohnen. Der planerische Blick darf dabei ruhig auch die Nordseite des Daches einschließen.