Zum Jahresende 2017 übernahm EnBW den Speicherhersteller Deutsche Energieversorgung (DEV) vollständig und bald danach folgte die Umfirmierung zu Senec, denn so hieß die Speichermarke, die das Unternehmen aus Leipzig entwickelte, produzierte und vertrieb. Neun Jahre später stellt der Energiekonzern seine 100-prozentige Tochtergesellschaft Senec nun zum Verkauf.
„Die Suche nach einem möglichen Investor für Senec befindet sich in einer frühen Phase. Senec hat sich im letzten Jahr organisatorisch, strategisch sowie produktseitig umfassend neu aufgestellt und für den Erfolg im Markt fit gemacht“, bestätigte ein EnBW-Sprecher pv magazine den Bericht aus der „Stuttgarter Zeitung“. Das Unternehmen verfolge einen klaren Wachstumsplan und wolle künftig neben der Speicher-Hardware auch stärker auf Software-Angebote für seine Kunden setzen. Dies hatte Senec-CEO Herbert Schein in einem pv magazine-Interview im vergangenen Herbst erklärt. Senec sei am Markt zurück, sagte er weiter. Zudem sei neben dem Ausbau der Bestandsmärkte Deutschland und Italien eine weitere Internationalisierung des Geschäfts von Senec geplant.
All dies mache weitere Investitionen notwendig. Diese soll nach Willen von EnBW nun ein neuer Investor tätigen. Dabei kommt jedoch nicht jedes Unternehmen in Frage. Ob es bereits Verhandlungen mit potenziellen Interessenten gebe, beantwortete der Energiekonzern nicht direkt „Bei der Prüfung möglicher Investoren ist sich die EnBW auch ihrer besonderen Verantwortung bewusst, nicht zuletzt als Unternehmen der systemkritischen Infrastruktur“, erklärte der Sprecher pv magazine. Ziel sei es, eine „gute Lösung“ auch mit Blick auf Mitarbeiter, Fachpartner und Kunden zu finden. Dabei will EnBW möglichst noch in diesem Jahr eine Entscheidung treffen. Es sei auch denkbar, dass Senec eine hundertprozentige Tochter von EnBW bleibe, so der Sprecher.
Dabei ist es wohl der Muttergesellschaft EnBW maßgeblich zu verdanken, dass es Senec überhaupt noch gibt. Nach mehreren Bränden bei Photovoltaik-Speichern der Marke Senec seit 2022 entschloss sich das Unternehmen zu einem groß angelegten Feldtausch der betroffenen Produktserien. Zudem wurden die Speicher zeitweise abgeschaltet oder waren nur eingeschränkt nutzbar, wofür Senec eine Kompensation an die Betreiber zahlte. Insgesamt sind mittlerweile etwa 100.000 Batteriespeicher getauscht und die Aktion „bis auf wenige Einzelfälle“ abgeschlossen, wie der EnBW-Sprecher bestätigte.
„Der Batterieaustausch und die Einführung neuer Produkte verursachten in diesem Jahr (2025) noch Kosten in Höhe eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags. Für die Zukunft haben wir alle Risiken abgebildet und erwarten keine weiteren signifikanten Belastungen“, sagte er weiter. Der Feldtausch sei aber als zentrale Maßnahme wichtig gewesen, um Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, auch um das Geschäft künftig weiter ausbauen zu können. Bei Senec sieht man dies als gelungen an und verweist auf die wieder zunehmenden positiven Kundenbewertungen.
EnBW vertreibt die Senec-Speicher ebenfalls in seinen Photovoltaik-Paketen. Ob dies so bleibt, wenn sich ein Investor für die Leipziger Speichertochter findet? „Die Suche nach einem möglichen Investor für Senec befindet sich noch in einem frühen Stadium. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das spekulativ, weshalb wir hierzu keine Aussagen treffen können“, so der EnBW-Sprecher.
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