Die zweite Auflage des 2025 vom Anbieter von Batterieanalysesoftware Twaice erstmals durchgeführten „BESS Pros Survey“ liegt vor: Unter dem Titel „The State of BESS Operations Insights from the BESS Pros Survey 2026“ sind die Resultate einer internationalen Befragung von 117 Fachleuten zusammengefasst, die direkt für Management, Überwachung oder Betrieb großer Batteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS) verantwortlich sind. „Zeitintensive Untersuchungen, fragmentierte Daten und unklare Verantwortlichkeiten erweisen sich als wesentlich Engpässe“, fasst Twaice die zentralen Erkenntnisse zusammen. Die BESS-Projekte „wachsen schneller als ihre Betriebskonzepte“.
Die Umfrage deute darauf hin, dass viele Betriebsabläufe nicht mit dem schnellen Wachstum und der zunehmenden Komplexität Schritt halten. 41 Prozent der Befragten geben demnach an, dass vor Ort auftretende Probleme ganz oder größtenteils zu Umsatzeinbußen führen. 50 Prozent sehen in der Leistung und Verfügbarkeit der Systeme die größte Herausforderung. 40 Prozent haben der Umfrage zufolge nur begrenzten Zugang zu den für den Betrieb ihres Batteriespeichers erforderlichen Daten haben.
Nach wie vor, so Twaice, seien viele der für den Betrieb verantwortlichen Teams „auf reaktive Prozesse angewiesen. Dadurch nimmt die Problemlösung viel Zeit in Anspruch, was sich direkt auf die wirtschaftliche Leistung der Speicher auswirkt.“ Die Situation werde durch „heterogene Flotten“, also unterschiedliche Speichertypen in einem Portfolio, und wachsende Compliance-Vorgaben verkompliziert. In diese Reihe von Problemen fallen demnach auch „zusätzliche Tool-Landschaften aus Übernahmen und schnellem Portfoliowachstum“.
Twaice-CEO Stephan Rohr sieht die Branche deshalb vor einer neuen Phase. Sie habe bewiesen, „dass sie große Mengen an Batteriespeichern bereitstellen kann. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Betrieb mithalten kann. Wenn Portfolios wachsen, müssen die Betriebsverfahren mit diesem Wachstum Schritt halten. Nur so können Teams Probleme schneller lösen, Speicherleistung sicherstellen und Komplexität besser handhaben.“
Lieferanten sind schwer zur Verantwortung zu ziehen
Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten nutzen langfristige Servicevereinbarungen. Bei auftretenden Problemen sind der Umfrage zufolge jedoch häufig zeitaufwendige Analysen erforderlich. Gleichzeitig bewerten aber immerhin 48 Prozent der BESS-Betreiber die Verantwortungsbereitschaft ihrer Lieferanten bei der Problemlösung positiv. Trotzdem ist dieser Bereich einer der am schlechtesten bewerteten in der Umfrage. Oftmals verlangsamen Twaice zufolge unklare Leistungsdefinitionen, Eskalationspfade und Zuständigkeiten die Reaktionszeiten. 47 Prozent der Befragten gaben an, es sei schwierig, Lieferanten für Leistungsversprechen zur Verantwortung zu ziehen.
Zum Thema Datenverfügbarkeit habe die Umfrage gezeigt, dass der eigentliche Zugang nicht das Hauptproblem sei. Vielmehr nenne die Hälfte der Befragten das Fehlen einer zentralen, einheitlichen Datenbasis für alle relevanten Betriebsdaten als größte Herausforderung. Betreiber müssten mit unterschiedlichen Portalen, Tools und Dashboards und uneinheitlichen Definitionen für Schlüsselkennzahlen (Key-Performance-Indicators, KPI) zurechtkommen. „Was auffällt“, so Stephan Rohr, „ist nicht der Mangel an Daten im BESS-Betrieb, sondern die Schwierigkeit, diese Daten in etwas umzuwandeln, mit dem die Teams sicher umgehen können.“
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