Solarpower Europe: Photovoltaik-Zubau in der EU 2025 leicht auf 65,1 Gigawatt gesunken

Zubau, EU, Photovoltaik 2016 bis 2025

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Der Zubau auf dem EU-Photovoltaik-Markt ist in diesem Jahr um 0,7 Prozent auf 65,1 Gigawatt im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Es sei erste Rückgang im Jahresvergleich seit 2016, erklärte Solarpower Europe anlässlich seiner Veröffentlichung des „EU Solar Market Outlook 2025 – 2030“ am Donnerstag. Damals lag die neu installierte Photovoltaik-Leistung mit 3,9 Gigawatt aber auch noch auf einem deutlich niedrigem Gesamtniveau.

Immerhin werde der Photovoltaik-Markt trotz des leichten Rückgangs das 2022 mit der Photovoltaik-Strategie der EU ausgegebene Ziel von 400 Gigawatt installierter Leistung bis Ende 2025 wohl erreichen. Solarpower Europe geht von einer kumuliert installierten Leistung von geschätzt 406 Gigawatt bis zum Jahresende aus.

Doch das bis 2030 anvisierte EU-Ziel von 750 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung sieht der Verband gefährdet. Hintergrund ist, dass Solarpower Europe auch für 2026 und 2027 von einer eher rückläufigen Nachfrage ausgeht. Erst ab 2028 werde der Zubau wieder anziehen und mit 67 Gigawatt im Jahr 2030 das gegenwärtige Niveau erreichen, so die aktuelle Prognose.

Solarpower Europe sieht dabei mehrere Faktoren für die aktuelle Marktschwäche. So seien in vielen Ländern Förderprogramme für Photovoltaik-Dachanlagen gekürzt worden. Auch der zeitweise spürbare Druck durch steigende Energiepreise für die Haushalte habe nachgelassen. Dies hat in Summe zu einer deutlichen Abkühlung des Marktes für private Photovoltaik-Dachanlagen geführt. Sein Anteil wird in diesem Jahr nur noch bei 14 Prozent des Gesamtmarktes liegen. 2023 machten die privaten Dachanlagen noch 28 Prozent des Gesamtzubaus in der EU aus.

Verteilung Photovoltaik-Zubau nach Segmenten, Quelle Solarpower Europe
Die Bedeutung des Segments der privaten Dachanlagen für den Gesamtzubau geht weiter zurück. Erstmals machen Freiflächenanlagen mehr als die Hälfte aus.

Grafik: Solarpower Europe

Die aktuell stabile Zubausituation ist einem stärkeren Zubau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu verdanken. Erstmals überhaupt machten sie mehr als die Hälfte der neu installierten Leistung aus. Allerdings, so Solarpower Europe, steht auch dieses Segment angesichts der vielen Negativpreisstunden vor wachsenden Herausforderungen, um die Rentabilität der Projekte zu sichern.

Deutschland vorn

Während es bei den Segmenten eine starke Verschiebung gab, bleiben Deutschland und Spanien die größten Photovoltaik-Märkte in der EU. Für Deutschland geht Solarpower Europe für das laufende Jahr von einem Gesamtzubau von 17,6 Gigawatt aus und damit rund 100 Megawatt mehr als im Vorjahr. Auch Spanien wird im Jahresvergleich wohl leicht von 8,8 auf 9,2 Gigawatt zulegen können. Auf Platz 3 hat sich Frankreich mit einem Zubau von 6,7 Gigawatt geschoben – immerhin rund ein Gigawatt mehr als im Vorjahr. Es verdrängte damit Italien, wo der Zubau nach den Erwartungen von Solarpower Europe von 6,1 auf 5,2 Gigawatt in diesem Jahr zurückgehen wird. Platz 5 behält Polen, das allerdings auch einen Rückgang beim Photovoltaik-Zubau verzeichnete, der in diesem Jahr bei 4,1 Gigawatt erwartet wird.

Top10-Märkte, EU-Photovoltaik-Markt, Vergleich 2024 und 2025, Quelle ist Solarpower Europe
Deutschland und Spanien führen die europäischen Markt weiter an. In fünf der zehn Länder in den Top10 ging der Photovoltaik-Zubau 2025 gegenüber 2024 zurück.

Grafik: Solarpower Europe

 

Neu in den Top 10 sind in diesem Jahr Rumänien und Bulgarien. Dabei weise Rumänien die höchste Wachstumsrate unter den EU-Ländern auf. Griechenland, die Niederlande und Portugal komplettieren die zehn größten Photovoltaik-Märkte in Europa. Wobei gerade die Niederlande einen deutlichen Rückgang der Nachfrage verzeichneten.

„Die Zahl mag klein erscheinen, aber die Symbolik ist groß. Wir haben unser Solarziel für 2025 erreicht, aber jetzt rückt erstmals unser Ziel für 2030 außer Reichweite“, sagte Walburga Hemetsberger, CEO von Solarpower Europe, zur Vorstellung des Berichts. „Diese Unterbrechung des Solarmarkt-Wachstums kommt in einem entscheidenden Moment, in dem eine Beschleunigung notwendig wäre.“ Dabei liefere die Photovoltaik bereits 13 Prozent des europäischen Stroms. Im Juni sei sie sogar die wichtigste Stromerzeugungsquelle in der EU gewesen. Solarpower Europe forderte von der Politik, die weitere Entwicklung zu fördern. „Es ist entscheidend, dass die politischen Entscheidungsträger jetzt robuste Rahmenbedingungen für Elektrifizierung, Systemflexibilität und Energiespeicherung schaffen, damit Solarenergie die europäische Energiewende für den Rest dieses Jahrzehnts anführt“, so Hemetsberger weiter.

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