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Photovoltaik-Zubau auf Wohngebäuden zieht deutlich an: BSW-Solar nennt Sondereffekte als Grund

Der Bundesverband Solarwirtschaft registriert für das erste Halbjahr 2026 zwar rund neun Prozent mehr neu installierte Leistung als im Vorjahreszeitraum, warnt aber dennoch vor einer „politischen Ausbaubremse“. Hauptgrund für das Zubau-Plus auf Wohngebäuden seien vor allem die Energiekrise durch den Iran-Krieg und die angekündigten Vergütungskürzungen.
Montage, Solarmodule, Dach
Vorzieheffekte? Der BSW-Solar warnt vor einem Ausbremsen der zuletzt auch bei Dachanlagen wieder gestiegenen Nachfrage. | Foto: Pixabay

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat den aktuellen Stand der im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrierten Photovoltaik-Anlagen für eine Halbjahresbilanz zusammengefasst. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland neun Prozent mehr Leistung neu installiert als im Vorjahreszeitraum. Dies beruht nach Einschätzung des Verbands jedoch „vor allem auf Sondereffekten“. Ab dem kommenden Jahr könnten geplante Kürzungen der Förderung und weitere Marktbarrieren den Ausbau deutlich bremsen.

Im Segment der Photovoltaik-Anlagen auf Wohngebäuden habe der Zubau nach einem verhaltenen Jahresauftakt „in den vergangenen Wochen deutlich angezogen“. Gründe hierfür seien der im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg gestiegene Wunsch vieler Haushalte nach mehr Energieunabhängigkeit sowie die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums für eine weitgehende Abschaffung der Förderung für neue Anlagen ab 2027. Letzteres habe „in den letzten Wochen zu spürbaren Vorzieheffekten geführt“.

BSW-Solar, Auswertung, Photovoltaik-Zubau 1.  Halbjahr 2026

Insgesamt wurden der Auswertung zufolge in den ersten sechs Monate dieses Jahres rund 7,4 Gigawatt Solarstromleistung installiert. Zum gleichen Stichtag des Jahres 2025 waren es demnach rund 6,8 Gigawatt. Das entspricht einer Steigerung um knapp neun Prozent. Der Photovoltaik-Ausbau bleibe damit „derzeit noch auf Kurs“, doch das aktuelle Tempo reiche nicht aus, um das gesetzlich definierte Ausbauziel von 215 Gigawatt bis 2030 zu erreichen.

Planungssicherheit statt Verunsicherung

„Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer.“ Der Strombedarf werde zudem durch mehr Elektroautos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen wachsen, auch deshalb dürfe der Ausbau jetzt nicht ausgebremst werden.

Der Verband nennt mehrere der mit EEG-Reform und dem sogenannten Netzpaket geplanten Änderungen als potenzielle Hindernisse. Neben der vorgesehenen Streichung der EEG-Förderung und der Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Anlagen würde der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen „nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche den Solarausbau deutlich verlangsamen und Investitionen erschweren“. Zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette seien hiervon betroffen. „Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, braucht Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit“, so Körnig.

Die Auswertung des BSW-Solar zählt aktuell deutschlandweit mehr als sechs Millionen Photovoltaik-Anlagen mit über 125 Gigawatt installierter Leistung. Im Verbund mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie den Angaben zufolge inzwischen etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Der Verband verweist vor diesem Hintergrund erneut auf eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, die den verstärkten Einsatz von Batteriespeichern als Weg zur Vermeidung von Milliardenkosten für Verbraucher, Wirtschaft und öffentliche Haushalte beschreibt.

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Kommentare

Johanna O
Jul 15, 2026

Wie kann davon gesprochen werden, dass der Photovoltaik-Zubau auf Wohngebäuden deutlich anzieht, während im Heimsegment und Gewerbesegment -7 % bzw. – 27% zugebaut wurden?