Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat recht, wenn sie in ihrem FAZ-Gastartikel die Systemkosten der Energiewende in den Fokus nimmt. So günstig der aus Sonne und Wind erzeugte Strom auch ist – die steigenden Kosten des Gesamtsystems, die wir für den wachsenden Anteil aus erneuerbaren Energiequellen brauchen, sind ein Problem.
Deshalb ist ihr Vorschlag des Redispatch-Vorbehalts auch richtig. Die Systemkosten sind zu hoch, auch die Erneuerbaren sollten an der Finanzierung beteiligt werden, statt sie allein auf die Verbraucherinnen und Verbraucher abzuwälzen.
Leider bleibt die naheliegendste und mit Abstand schnellste und günstigste Lösung für das Problem unerwähnt: Die Nutzung des enormen und ständig wachsenden Flexibilitätspotenzials von Privathaushalten durch Photovoltaik-Heimspeicher sowie verschiebbare Lasten von E-Auto-Ladungen und Wärmepumpen. Und auch Nina Scheers (SPD) Vorschlag, die Netzkosten einfach aus den Netzentgelten rauszuschneiden, greift zu kurz. Unser Stromsystem kann nicht dauerhaft von hohen Subventionen abhängig sein.
Klar, Deutschland braucht neue Gaskraftwerke. Aber Batteriespeicher können Gaskraftwerke zumindest teilweise ersetzen. Das zeigt auch der Bericht „Versorgungssicherheit Strom“ der Bundesnetzagentur von 2025. Je mehr billige Flexibilität wir nutzen, desto geringer der Bedarf an Kraftwerken. Statt Kraftwerke mit Milliarden zu subventionieren, sollte der Markt entscheiden, welche Technologie Versorgungssicherheit zum günstigsten Preis anbieten kann.
Ganze 20,74 Gigawattstunden bislang weitgehend ungenutzte Heimspeicher-Kapazitäten zählt die RWTH Aachen aktuell in Deutschland. Es wäre um ein Vielfaches günstiger, diese und weitere haushaltsnahe Flexibilitäten durch Preisanreize systemdienlich zu nutzen, statt vor allem auf den Zubau von Gaskraftwerken zu setzen.
Laut einer vor dem aktuellen Anstieg der Gaspreise erstellten Studie des Fraunhofer ISE von 2024 liegen die Stromgestehungskosten von Gasturbinenkraftwerke für den kurzfristigen flexiblen Einsatz zwischen 15,4 und 32,6 Cent pro Kilowattstunde – Photovoltaik-Batteriespeicher als Alternative Backup-Option kosten laut derselben Studie nur zwischen 6,0 bis 22,5 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz durch immer günstigere Batteriezellen stark sinkend. Gaskraftwerke sind die Ferraris der Energiewende: Sie sind extrem teuer, stoßen riesige Mengen CO2 aus und stehen die meiste Zeit ungenutzt herum.
Damit das riesige, kostengünstige und CO2-freie Flexibilitätspotenzial jedoch gehoben werden kann, ist die zentrale Voraussetzung ein beschleunigter Smart-Meter-Rollout und funktionierende digitale Marktprozesse. Bislang sind etwas mehr als fünf Prozent der deutschen Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgestattet. Nur mit diesen smarten Geräten sind Haushalte in der Lage, sowohl dynamische Stromtarife als auch perspektivisch dynamische Netztarife zu nutzen und somit finanzielle Anreize zu haben, sich an der Systemstabilität der deutschen Stromnetze zu beteiligen. Dank Apps geht das bei Wallboxen und Batteriespeichern inzwischen auch vollautomatisch im Hintergrund.
Der VDE geht für private Infrastruktur von einer realistischen Rückspeiseleistung von 10 Kilowatt und einer Batteriekapazität von 60 Kilowattstunden pro Fahrzeug aus. Bei mehr als 6 Millionen Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb stehen aktuell theoretisch über 360 Gigawattstunden zur Verfügung. Zum Vergleich: So viel Strom produzieren Gaskraftwerke mit 20 Gigawatt Leistung in 18 Stunden.
Unsere Zahlen zeigen, dass sich die Investitionen in haushaltsnahe Flexibilität lohnen: Gaskraftwerke kosten laut Bundeswirtschaftsministerium zwischen 660 (Erdgas) und 1440 (H2-ready) Euro pro Kilowatt. Die Kosten für bereits vorhandene, aber noch ungenutzte Flexibilität liegen unseren Berechnungen zufolge nur bei etwa 50 Euro pro Kilowatt. Und es kommt kontinuierlich weitere Flexibilität hinzu durch den weiteren Ausbau von Photovoltaik, Heimspeichern und den Verkauf von Elektroautos.
Damit ist haushaltsnahe Flexibilität ungefähr 13- bis 29-mal günstiger als neue Gaskraftwerke – ganz ohne CO2-Emissionen oder fossile Importe. Und genau wie Kraftwerke stehen sie auch in längeren Dunkelflauten jederzeit zur Verfügung. Zuverlässig, digital, dezentral.
„Um das Ziel der Kosteneffizienz zu erreichen, stehen wir für einen systemischen Ansatz durch das Zusammenspiel aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, einer Kraftwerksstrategie, dem gezielten und systemdienlichen Netz- und Speicherausbau, mehr Flexibilitäten und einem effizienten Netzbetrieb“ heißt es im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung.
Die Nutzung der ohnehin ausgebauten Speicher, Wallboxen und Wärmepumpen ist der mit Abstand günstigste und schnellste Weg, die Stromkosten zu verringern, spart darüber hinaus noch CO2 und erhöht Deutschlands Energiesouveränität.
Gehen wir den Weg des Smart-Meter-Rollouts, der sich zuletzt beschleunigt hat, konsequent weiter, brauchen wir den Zubau von Gaskraftwerken nur in einem deutlich geringeren Maße, als die Bundesregierung plant. Statt bei der Senkung der Systemkosten auf technische Durchbrüche bei der Fusionsenergie oder kleinen AKW zu hoffen, packen wir die Kostensenkung lieber sofort pragmatisch an. Umso bedauerlicher ist es, dass Katherina Reiche das Wort Flexibilität nicht mit einem Wort in ihrem Beitrag erwähnt.
— Der Autor Bastian Gierull ist Deutschland-Chef des britischen Unternehmens Octopus Energy. Als ehemaliger Director of Product, Marketing und Technology begleitet er Octopus seit dem deutschen Markteintritt im Jahr 2020. Davor war er als Gründer in Start-ups aktiv und betreute als Marketing- und Product Manager Unternehmen in der E-Commerce- und Telekommunikationsbranche. —
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Widerspruch in fast allen Punkten.
Schon klar, dass Octopus nur an Zeug partizipieren kann, dass in Haushalten installiert ist. Aber wie u.a. Untersuchungen der HTW Berlin belegen, verhalten sich Heimspeicher wenig bis gar nicht netzdienlich und sich durch die Netzbetreiber nicht steuerbar. Und weil wir in Deutschland sind, sind entsprechende Standards für eine netzdienliche Steuerung auch nicht kurz- und mittelfristig umsetzbar. Wir haben 15 Jahre zur Verabschiedung unserer Standards und Zertifizierungen für Smartmeter gebraucht (die maßgebliche EU-Richtlinie zur Smartmeter-Einführung ist von 2009). Octopus kann ein (Klage)Lied davon singen.
«Klar, Deutschland braucht neue Gaskraftwerke.»
Nein, wir brauchen keine neuen Gaskraftwerke. Wir haben einen fossilen Kraftwerkspark mit 69 GW Leistung am Netz (plus Reserve). Die Durchschnittslast liegt bei 57 GW. Es ist nicht mehr sinnvoll, die alten Kohlekraftwerke durch neue Gaskraftwerke zu ersetzen. Die Gaskraftwerke würden mit einem sukzessive immer höheren Anteil an LNG laufen und mit LNG betrieben ist Strom aus Gas nicht mehr klimafreundlicher als Strom aus Kohle. Kohle gewinnen wir im Inland und es kommen damit keine strategischen Abhängigkeiten und extremst volatile Preise wie bei Gas einher. Wenn wir bis 2030 500 GWh Batteriekapazität an Großspeichern zubauen, brauchen wir die fossile Backupkapazität nur noch für ausgedehnte Dunkelflauten. D.h. die kommen dann je nach Wetter auf 100-500 Volllaststunden im Jahr. (2025 kamen unsere Kohlekraftwerke noch auf durchschnittliche 3.100 Volllaststunden). Bis 2045 wird erwartet, dass die Systemkosten für Batterien auf 30-50 Euro/kWh sinken (China ist da heute schon nah dran). Dann bauen wir 5000-10.000 GWh Batteriekapazität ans Netz und dann brauchen wir keine Backupkraftwerke mehr. 10.000 GWh zu 50 Euro/kWh kosten 500 Mrd. Bei 20 Jahren Lebensdauer und dem dann erwartetet Stromverbrauch von um die 1000 TWh/Jahr sind für den gigantischen Batteriepark ca. 3 Cent auf jede die kWh umzulegen. Das ist darstellbar und viel günstiger, als neue Gaskraftwerke zu bauen.
«Der VDE geht für private Infrastruktur von einer realistischen Rückspeiseleistung von 10 Kilowatt und einer Batteriekapazität von 60 Kilowattstunden pro Fahrzeug aus. Bei mehr als 6 Millionen Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb stehen aktuell theoretisch über 360 Gigawattstunden zur Verfügung. »
Hier wird es völlig unseriös bis lächerlich. Wir haben rund 2 Mio BEV und 4 Mio Hybride im Bestand. Für die BEV können wir im Schnitt 60 kWh Kapazität veranschlagen. Für die Hybride 10 kWh. Von den Hybriden dürfte kein einziger für V2G geeignet sein und von den BEV höchsten 10%. Alle anderen unterstützen das schlicht nicht und werden von den Herstelelrn diesbezüglich auch nicht mehr nachgerüstet. Dann bleiben von den 360 GWh noch 12 GWh brutto übrig. Nicht jeder BEV-Fahrer kann zu Hause laden und wer zu Hause laden kann, wird nur 20-30% seiner Kapazität für V2G bereitstellen. Niemand möchte morgens aufstehen und feststellen, dass der Netzbetreiber ihm über Nacht den Akku restlos leergesaugt hat. Dann bleiben von Ihren frei erfundenen 360 GWh netto nur 1-2 GWh übrig.
VW scheint jetzt sukzessive Unterstützung für V2X einzuführen, limitiert das aber z.B. für Fahrzeuge mit den großen 77/79 kWh-NCM-Batterien auf 4.000 Betriebsstunden bzw. 10.000 kWh (für ein ganzes Fahrzeugleben von ca. 20 Jahren!). 500 kWh pro Jahr. Für eine vom Netzbetreiber akzeptierte, fachgerecht installierte und angemeldete bidirektionale Wallbox kann man Kosten von 2.500 Euro einplanen. Da muss man auf jede der 10.000 für V2G genutzte kWh schon mal 25 Cent Wallboxkosten umlegen. Das ergibt garantiert für keinen einzigen Kunden Sinn.
Lange Rede, kurzer Sinn: Heimspeicher sind individuell sehr sinnvoll, um den Ertrag der heimischen PV-Anlage zu maximieren und von dynamischen Stromtarifen und zeitvariablen Netzentgelten zu profitieren. Für das Netz brauchen wir Großspeicher. Aber Großspeicher heißt eben nicht, dass das Projekte sind, die nur Großkonzerne wie EnBW, RWE, Vattenfall und Co. stemmen können. Ein Großspeicher mit 20 MWh kostet heute 4-5 Mio Euro. Dafür bekommen viele kleine Firmen mit 10 Mann oder auch Bürgerinitiativen eine Finanzierung aufgestellt. Das ist genau der Grund, warum Reiche Gaskraftwerke will. Ein typisches Gaskraftwerk mit 1 GW kostet 1 Mrd. Da sind die ganzen kleinen Firmen raus. Da kommen nur die Großkonzerne in Frage und damit wird gesichert, dass auf Jahrzehnte fette Gewinne bei den Energie-Großkonzernen landen – insbesondere, wenn Reichen den gewünschten Kapazitätsmarkt umsetzt.
Also, Ideallösung: alte Kraftwerke weiterlaufen lassen?
Gernot schrieb:
„Aber wie u.a. Untersuchungen der HTW Berlin belegen, verhalten sich Heimspeicher wenig bis gar nicht netzdienlich und sich durch die Netzbetreiber nicht steuerbar.“
Das ist aber nur in Deutschland so. Zum Beispiel Octopus Energy UK steuert erhebliche Kapazitäten an Speichern, von thermischen Speichern, z.B. via ALCS (auxiliary load control switching), zu Haushaltbatterien, via Tarifen, und Fahrzeugbatterien via verschiedenste Schnittstellen.
Eines der Probleme von Octopus Energy ist, dass nicht jeder Netzbetreiber willens und/oder in der Lage ist, die benötigten Daten zu liefern, um auch netzdienlich, statt nur marktdienlich, zu schalten.
Während schon in Großbritannien nicht alles optimal läuft, ist die Situation in Deutschland vergleichsweise ein Trauerspiel.
Schau mal hier (und achte mal auf das Datum):
https://octopus.energy/smart-energy-ecosystem/
Wir brauchen keine Gaskraftwerke wenn wir die Kohlekraftwerke nicht abschalten. Es ist doch irre, funktionierende Infrastruktur abzureißen, für viel Geld neu zu bauen und dabei nur einen marginalen Effekt aufs Klima zu haben. Batteriespeicher für Flexibilität. Die helfen dann auch bei den flachen KKW Rampen.
In der aktuellen Situation weiter auf Gas zu setzen; und dabei noch soviel Geld dafür in die Hand nehmen ist einfach verrückt. Zum Artikel: Verschiebbare Lasten im Eigenheim ist letztlich nur das BEV. Die Wärmepumpe muss, wenn vernünftig geplant. im Winter eh‘ durchlaufen. Und der Rest (WM, Geschirrspüler, Herd) ist „pipifax‘. Elektroauto ja, aber das kann man auch anders lösen, z.B. per Kommunikation direkt zum Ortsnetztrafo (die ihrerseits dann smart/steuerbar werden vom Netzbetreiber) via Stromkabel bzw. Neutralleiter. Dann kann jede Wallbox direkt aufgrund des lokalen Lastprofils gesteuert werden. Und das Cyberrisiko ist auch reduziert.
Richtig, wir haben vor Jahren die Entscheidung für Gaskraftwerke getroffen, als
– Gas billig war
– zuverlässig aus Pipelines kam und Strom aus Gas dadurch deutlich klimafreundlicher als Strom aus Kohle war
– grüner Wasserstoff und damit eine spätere Umstellung auf Wasserstoff eine realistische Option zu sein schien.
Keine der Prämissen trifft mehr zu. Die Gaskosten haben sich verdreifacht. Das Gas kommt als LNG zunehmend aus Ländern und Regionen, die uns feindlich gegenüber stehen (Trump-USA) oder instabil sind (Naher Osten). Strom aus LNG-Gas ist genauso klimaschädlich oder sogar noch klimaschädlicher (LNG aus Frackinggas) als Strom aus Kohle. Und grüner Wasserstoff ist mindestens für weitere 10 Jahre keine Option. In Deutschland werden wir keine ausreichenden Mengen E-Strom dafür haben und anderswo wird eben auch nicht investiert.
Wenn wir die ganzen Dach-PV-Anlagen abziehen und nur große Freiflächen-PV-Anlagen und Onshore-Wind zählen, dann haben wir dafür bereits heute über 100 GW Anschlussleistung im Netz realisiert. Das ist da. Das funktioniert. Wenn wir diese Anschlüsse mit Batterien überbauen, also zu jedem Windpark und jeder Freiflächen-PV ein paar Batterie-Container stellen, müssten wir rechnerisch bis mindestens 2040 keinen einzigen Netzanschluss für Großspeicher neu bauen. Das Problem ist, dass die Verteilnetzbetreiber jedes Batterieprojekt ablehnen. Hier wäre die Politik gefordert, aber diese setzt unter Reiche auf fossile Abhängigkeit und maximal hohe Strompreise durch möglichst viel teuren Gasstrom.
Welches sind denn die aktuellen Szenariorahmen anhand derer wir diskutieren?
Bericht „Versorgungssicherheit Strom“ der Bundesnetzagentur von 2025?
Agora?
Vielen Dank im Voraus
„Szenariorahmen“ sind so lange witzlos, wie sie den Anteil von fossilen Erzeugern – in welchem Maße auch immer – bis 2045+ fortschreiben.
Ein Szenariorahmen der 100% EE asap formuliert und dann die erforderlichen Maßnahmen formuliert fehlt und wäre dringend erforderlich.
Das es machbar ist, ist klar und wenn wir 500 Mrd für die Rüstung (Konsum) und jetzt Mrd für zusätzliche fossile Rohstoffe raushauen, auch finanziell machbar.
Allein es fehlt der politische Wille.
Sog. SmartMeter helfen ausschließlich den Energiekonzernen noch profitablere Tarife zu schneidern, zum Wohle der Aktionäre.
Die Netzbetreiber kennen ihre Netze und Haushalte brauchen keine „Fleißsternchen“.
In der Niederspannung gibt es keine Engpässe und wo doch einer sein sollte, dann muß dieser halt gezielt beseitigt werden und nicht 42 Mio Haushalte ein sog. SmartMeter bezahen. Eine erhebliche Vergeudung von Resourcen !
E. Wolf schrieb:
„Allein es fehlt der politische Wille.“
Leider ist das richtig. Gas Kathi versucht die Träume der AfD zu zerstören, indem sie deren Ziele schon jetzt übererfüllen will.
„Die Netzbetreiber kennen ihre Netze“
Leider nein, in der einschlägigen Literatur wird seit Jahrzehnten angemahnt, dass der Istzustand Netze doch endlich einmal erfasst und genutzt werden soll. Es werden erhebliche Netzkapazitäten eben nicht genutzt, weil der Netzzustand mit dem nassen Finger im Wind geschätzt wird und die Basis für die Schätzungen immer mindestens zwei Jahre alt ist.
Die Netzbetreiber wissen kaum mehr über den tatsächlichen Zustand ihrer Netze als die nette Dame beim Bäcker, die dir die Brötchen einpackt.
„Sog. SmartMeter helfen ausschließlich den Energiekonzernen“
Das ist meistens wahr, das Märchen, dass mit Smartmetern der Netzzustand besser erfasst werden kann, ist (fast) reiner Humbug. Die Daten des Smartmeters werden in der Regel in grösseren Paketen übermittelt, zum Beispiel als Tagesdaten. Der Mix der Daten kann locker mehr als 24h spannen.
Wenn tatsächlich diese Daten genutzt würden, dann wüsste der Netzbetreiber morgen, dass es heute Probleme gegeben hat. Das sind reine Abrechnungsdaten.
Allerdings gibt es Dinge wie die „Last Gasp“-Nachrichten, in denen das Smartmeter bei Stromausfall eine letzte Nachricht schickt, dass der Strom aus ist. Diese können zum Beispiel an die Netzbetreiber fließen, so dass diese Ausfälle erkennen können und auch schnell abschätzen, wie gross das ausgefallene Segment ist.
Ob das in Deutschland umgesetzt ist, weiß ich allerdings nicht. Ich nehme mal an, da das bisherige System durch Nichtexistenz glänzt, dass jegliche potentiell sinnvolle Nutzung mindestens derzeit nicht stattfindet.
Falls Jemand mehr weiß, bitte verbessern/ergänzen.
Man kann, besonders mit vereinfachten Smartmetern, richtig sinnvolle Dinge anstellen.
Aber die grösste Problematik lösen die meisten Smartmeter nicht, nämlich den Rückkanal zum Kunden, um dort Entnahme oder Einspeisung sinnvoll anzufragen. Die derzeitigen Konzepte sind überwiegend als reine Einweg-Datensauger konzipiert.
Und es wird auch nicht an echten Lösungen gearbeitet. Dazu müssen interessierte Firmen dann eine zusätzliche Infrastruktur errichten.
Zitat Gernot :
“ Grüner Wasserstoff ist für mindestens 10 weitere Jahre keine Option .“
Es gibt Regionen in Ostdeutschland ohne Aussicht auf kurzfristigen Strom Netzausbau für große Strommengen . Stattdessen ist jedoch eine Wasserstoff Pipeline in der Nähe
Bis zum Jahr 2032 ist das Wasserstoff Kernnetz mit 9000 Kilometern fertig gestellt .
So können Wind und Solar Projekte incl. Elektrolyse schneller umgesetzt werden .
Grüner Wasserstoff war in vergangener Woche günstiger herzustellen als Grauer Wasserstoff .
Siehe : Energate Messanger .
Wenn man dann noch die letzten Wind und Solar Ausschreibungen betrachtet , verbessert sich die Wirtschaftlichkeit noch weiter .
Dirk Jensen schrieb:
„Bis zum Jahr 2032 ist das Wasserstoff Kernnetz mit 9000 Kilometern fertig gestellt .“
Und wo kommt dann der grüne Wasserstoff her, in Betracht der Tatsache, dass der geplante und erwartbare Ausbau der Erneuerbaren gerade einmal den konventionellen Bedarf an elektrischer Energie, ohne Elektrolyse, mit Ach und Krach deckt?
Das ist wie der Ausbau eine Tankstellennetzes, aber ohne Ölplattformen und Raffinerien, die den Treibstoff herstellen.
Dirk Jensen, übrigens:
„Grüner Wasserstoff war in vergangener Woche günstiger herzustellen als Grauer Wasserstoff .“
ist nur korrekt, wenn man Börsenstrompreise in Betracht zieht. Hätte man auch nur vergleichsweise geringe Mengen hergestellt, wäre der Bedarf über das Angebot gestiegen und die Börsenpreise wären explodiert.
Grüner Wasserstoff lässt sich nur solange günstig herstellen, wie man es nicht tut. Das ändert sich erst, wenn ernstzunehmende Erzeugungskapazitäten existieren, also nicht in den nächsten 10 Jahren.
Noch dazu sollte man wissen, dass Verbraucher gar nicht an der Börse einkaufen dürfen. Börsenpreise (Kurzfrist) sind also irrelevant und du solltest schon die Futures als Basis für den Preis annehmen.
„Reiche-Ministerium bat Gaslobby um Argumente für Gaskraftwerke
Das Wirtschaftsministerium hat beim EnBW-Konzern Vorschläge bestellt, die Batteriespeicher gegenüber Gaskraftwerken benachteiligen würden. Im Lobbyregister wurde das erst nach Anfrage des SPIEGEL vermerkt.“
Hmm, bei einer solchen Aussicht sieht es schlecht aus für die Rechnungs- und Steuerzahler in Deutschland. Da kann man sich schlussendlich nur noch mit eigenen Batterien und eigenem Solar selbst helfen.
100% Zustimmung: Macht die Dächer voll !!
Jetzt, hier und heute (in diesem Jahr)
„Argumente für“
… früher nannte man eine Aufstellung der Argumente für (und auch gegen) eine Planungsanforderung ‚Studie‘, das waren noch Zeiten, mit ‚Kompetenz und Anstand'(?)
( …die Gegenargumente wären natürlich auch interessant, damit man das Gesamtbild und Gesamtkonzept einordnen und verstehen kann, altmodisch, aber sinnvoll(?), heutzutage will man die ‚Interessen‘ der eigenen Gruppe durchsetzen, ’super‘ ‚Gemeinwohl‘ und ‚Amtseid‘ … )
Da aber E.ON, EnBW etc. sehr stark in Erneuerbare Energien investieren (inkl. Battereispeicher, E-Ladesäulen auch für E-LKW, …), könnte man das EE-Bashing der Lobby auch als Ablenkungsmanöver sehen, die Unsicherheit potenzieller Investoren (Prosumer, aber auch Energiegenossenschafter und andere kleinere Akteuere) auszunutzen, um selbst einen größeren Teil vom Investitionskuchen und abzubekommen.
… da haben Sie aber nur ansatzweise ‚Ahnung‘ wer sich in den Stromverteilnetzen alles ‚die gute Portion‘ Willkür genehmigt?
Prost, für’s Vertrauen …
( … zählen Sie einfach ein paar Bundesländer auf, die Ihnen ’spontan‘ dazu einfallen … 🙂