Heute vor 30 Jahren kündigte eine Greenpeace-Aktion in Berlin die Gründung einer Solarfabrik an. Zur Grundsteinlegung einer Fabrik der fiktiven „Echnaton Solar“ hatte man die Medien nach Adlershof eingeladen. Gesprengt wurde die Feierlaune durch einen inszenierten Konflikt mit der BEWAG, dem damaligen Stromversorger Berlins. Dahinter steckte eine politische Auseinandersetzung über die Einführung der „Kostendeckenden Vergütung“, dem kommunalen Vorläufermodell des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, dessen späteres Inkrafttreten sich heute vor einem Jahr zum fünfundzwanzigsten Mal jährte.
Die taz berichtete darüber in ihrer Printausgabe vom Folgetag unter dem Titel „In Zukunft Sonnengott“ – Onlineberichterstattung steckte damals noch in den Kinderschuhen: „Wenn private Anbieter endlich die bisherigen Kosten von zwei Mark pro Kilowattstunde bezahlt bekämen, so Carsten Körnig von Greenpeace, entstehe sofort eine Nachfrage nach 2.500 Solaranlagen, die wiederum den Bau einer Solaranlagenfabrik rentabel machten. (…) Das sei machbar, meint Körnig: Die Leute seien bereit, in die Tasche zu greifen und der Solarenergie zum Durchbruch zu verhelfen.“
30 Jahre später hat sich die Photovoltaik zu einer weltweiten Industrie entwickelt und ist von der teuersten zur günstigsten Stromquelle geworden. Geblieben ist die Diskussion um die Förderung. Dabei hat sich die Bereitschaft der Bevölkerung, die Solarenergie weiter zu fördern gar nicht verringert, sondern im Gegenteil: 84 (Union) und 88 (SPD) Prozent der Wähler der aktuellen Bundesregierung wollen die Solarförderung beibehalten oder noch erhöhen, während nur 9 beziehungsweise 4 Prozent für Kürzungen plädieren.
Auf die Fake-Aktion am 1. April 1996 folgte im November desselben Jahres dann doch noch die Gründung einer Berliner Solarschmiede: Solon lieferte unter anderem die meisten der Photovoltaik-Anlagen auf den Bundesbauten in Berlin, die für den Regierungsumzug ins „solare Regierungsviertel“ neu errichtet oder saniert wurden. Später entstand in Adlershof tatsächlich eine der ersten industriellen Solarmodulproduktionsstätten, deren damals innovative Gebäude noch immer unweit des Adlergestells „Am Studio“ zu sehen sind.
Solon war Pionier der Solarbranche, ähnlich wie in Sachen Religion der ägyptische Pharao Echnaton, den die Greenpeace-Aktivisten mit Bedacht gewählt hatten. Echnaton „erfand“ den Monotheismus, indem er seine Macht allein auf die Anbetung des Sonnengottes Aton gründete. Doch am Ende scheiterte er an den Beharrungskräften seiner Zeit. Ein ähnliches Schicksal erleidet Solon Anfang der 2010er Jahre durch die fehlgeleitete Solarpolitik der damaligen Bundesregierung.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Die Formel von der „billigsten Stromerzeugungsform“ ist weniger eine energiewirtschaftliche Erkenntnis als ein gelungenes Framing.
Sie reduziert die Debatte auf Gestehungskosten und unterschlägt damit jene Systemkosten, die in einem hoch volatilen Strommix erst den eigentlichen Preis bestimmen und auf der Stromrechnung und im Bundeshaushalt erscheinen.
Das Entscheidende ist hier nicht das Gesagte, sondern das methodische Verschweigen des Kontextes.
Ja, die Systemkosten gehören natürlich mit dazu. Dazu zählen auch Umwelt-Folgen, Klimawandel-Anpassung / Dürren etc., aber auch schwer in Zahlen greifbare Werte wie „Frieden“ (Venezuela, Iran, …) aber auch „Unabhängigkeit“. Das Ganze dann noch im Spannungsfeld von „kurzfristig“ und „langfristig nachhaltig“, und wieviel Wertschöpfung im eigenen Land liegen soll.
Wollen Sie damit etwa andeuten, dass andere Stromerzeugungsarten keine „Systemkosten“ haben?! Das wäre nämlich ziemlicher Unsinn.
Aber wir können das gerne mal konkret vergleichen, wenn Sie das wünschen?!
Die Systemkosten sind doch bei allen Erzeugungsformen ziemlich gleich. Denn überall werden Kabel zu den Verbrauchern, eine Reserve für den Ausfall und für einen großen Teil sogar noch Brennstoffe mit viel Risiko von weit her gebracht werden.
Bei PV besteht allerdings als einziges (neben den niedrigen Gestehungskosten) der Vorteil der wartungsarmen langliebigen Technik mit automatischer Energiezufuhr. Daher ist das auch die Energiequelle, die bereits jetzt und in Zukunft noch mehr, weltweit am meisten ausgebaut werden wird.
Redispatchkosten sind ansteigend-finden zu wenig Beachtung
Bundesnetzagentur:
„02.04.2025 – Das Maßnahmenvolumen im Netzengpassmanagement verringerte sich im Jahr 2024 um rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies sowie die gesunkenen Brennstoffpreise führten zu einem Rückgang der vorläufigen Gesamtkosten um 17 Prozent.“
„Das gesamte Maßnahmenvolumen für das Netzengpassmanagement sank aufgrund eines geringeren Redispatchbedarfs im Vergleich zum Vorjahr von 34.297 GWh im Jahr 2023 auf 30.304 GWh im Jahr 2024. Die vorläufigen Gesamtkosten betrugen rund 2.776 Mio. Euro und sind ebenfalls geringer als im Gesamtjahr 2023 (2023: 3.335 Mio. Euro).“
… die Anzahl der Netzeingriffe hat sich vergrössert, die Energiemengen und Kosten dafür haben sich stabilisiert bzw. sind leicht vermindert (bis 2024/2025, interner Redispatch, nicht grenzübergreifend), gesamt über mehrere Jahre (2015-2021?, 2022-2025) sind die Redispatch-Energiemengen/Kosten rel. stabil bis leicht vermindert (im Jahresdurchschnitt, mit saisonalen Besonderheiten)(?)
( … einzeln gesehen für ein 3.Quartal 2025 (zu/m vorherigen Quartal/en, mit einem Hoch ca. 4.Q/2024 u. 1.Q/2025) ist ein Anstieg bei Energiemengen und Kosten für den Redispatch erkennbar )
Nicht aufregen, Energetikers Beitrag war doch nur ein Aprilscherz. Misslungen, aber Scherz.