In Thüringen entsteht ein Großspeicher, der innerhalb weniger Monate von der Planung bis zum Netzanschluss realisiert werden soll. Möglich wird dies, weil das Projekt weder langwierige Genehmigungsverfahren noch den Neubau eines Netzanschlusses erfordert. Stattdessen wird der Speicher hinter dem bestehenden Netzanschlusspunkt eines Industriebetriebs installiert.
Das berichtet der Berliner Entwickler Scale Energy. Das Unternehmen errichtet Batteriespeicher direkt auf Firmengeländen und betreibt diese vor Ort. Im Vergleich zu klassischen Greenfield-Projekten auf unerschlossenen Flächen lassen sich so Netzanschlussfragen, Genehmigungen und weitere Auflagen deutlich schneller klären. Der Speicher entsteht auf dem Gelände des Viskosefaserherstellers Cordenka in Mühlhausen und soll eine Kapazität von vier Megawattstunden haben. Geplant ist der Einsatz für Netzdienstleistungen sowie für Arbitragehandel am Strommarkt.
„Das Projekt in Mühlhausen zeigt, wie schnell Batteriespeicher realisierbar sind, wenn bestehende Industrieinfrastruktur intelligent genutzt wird“, sagt Geschäftsführer Christoph Kößler. „So entstehen in kurzer Zeit zusätzliche Flexibilitäten für das Stromsystem und damit ein messbarer Beitrag zur Netzstabilisierung sowie zur Integration erneuerbarer Energien.“
Scale Energy entwickelt Batteriespeicherprojekte für Industrie- und Energieanwendungen und ist darauf spezialisiert, diese in bestehende industrielle Infrastrukturen zu integrieren. Dabei kombiniert das Unternehmen Projektentwicklung, Marktintegration und energiewirtschaftliche Expertise. Scale Energy identifiziert im Vorfeld freie Kapazitäten an bestehenden Netzanschlüssen von Industrieunternehmen und nutzt diese für den Betrieb von Batteriespeichern. Das Unternehmen übernimmt Planung, Genehmigung, Finanzierung und Bau der Anlagen. Für die Standortpartner ist kein eigenes Investment erforderlich. Sie stellen Fläche und Netzanschluss zur Verfügung und werden im Gegenzug an den Erlösen beteiligt. Je nach Einsatz des Speichers können sich zudem Vorteile beim Stromeinkauf ergeben, etwa durch die Nutzung günstiger Marktphasen.
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Yesss… genau das ist die Zukunft. Dass auch die Unternehmerschaft originäre Verantwortung übernimmt und sich billige Energie sichert… ist heute nicht mal so schwer, sicher kalkuierbar, wirtsch. attraktiv und es schafft langfristige Resilienz. Muss sich nur noch herumsprechen.
Fehlt nur noch EE dazu und die Gasturbine (noch besser natürliche Quellen, wenn verfügbar) für Autarkie, so „könnte“ auch eine dezentrale Backup-Strukur mit Hybridkraftwerken über die Fläche geschaffen werden. In der Summe… von mir aus auch gefördert in einem Kapa-Markt… aus meiner Sicht bei weitem günstiger, effizienter und sicherer, als mit zentralen Großkraftwerken alles zuzukleistern.
Am Ende wird herauskommen, dass die vorhandenen Netzanschlüsse wertvoller sind als das Geschäft, das in der Vergangenheit an diesen Anschlüssen betrieben wurde – übrigens auch die Netzanschlüsse der alten Großkraftwerke.
In der Strompreiskrise in Folge des Ausfalls der französischen KKW 2021-2023 hat die Firma Trimet (Aluminiumschmelze) ihre Strombezugsrechte teuer weiterverkauft statt weiter Aluminium zu produzieren, weil das lukrativer war. Dieses Geschäftsmodell kann man verstetigen, indem man bestehende Netzanschlüsse für den Betrieb von Speichern nutzt. Damit schlägt man auch Frau Reiche ein Schnippchen, die hofft, mit dem vorgeschobenen Argument der fehlenden Netzanschlüsse den Erneuerbarenausbau ausbremsen zu können.
Sehe ich ähnlich. Das ist das einzig sinnvolle Verfahren, um die Kuh vom Eis zu kriegen. Gerne mit Maßnahmen des Zivilschutzes kombinieren, um eine ausfallsicherere Energieinfrastruktur über die Fläche zu gewährleisten. Dezentrale, billige Energie, sinnvoll mit bestehender Struktur ergänzen.