Wer Landwirtschaft und Photovoltaik gemeinsam betreiben will, benötigt dafür nicht unbedingt eine Agri-Photovoltaikanlage. Auch bisher als herkömmlich betrachtete Solaranlagen bieten doppeltes Nutzungspotenzial. Das ist das zentrale Ergebnis eines Forschungsberichts des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne). Untersuchungen in mehreren Solarparks belegen demnach, dass die Vegetation in den Anlagen eine ausreichende Futterqualität für Weidetiere wie Schafe und Rinder aufweist.
Der Forschungsbericht basiert auf Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität Göttingen und der Universität zu Köln. Über einen Zeitraum von 18 Monaten analysierten sie Vegetation, Biomasse und Tierverhalten in verschiedenen Anlagen.
Die Untersuchung ging mehreren Fragen zur landwirtschaftlichen Nutzung von Solarparks nach. Unter anderem, wie sich Biomasse und Futterqualität von Grünland unter, zwischen und außerhalb der Modulreihen unterscheiden, insbesondere auf kohlenstoffreichen Böden und an trockenen Standorten. Zudem analysierten die Forschenden, wie Photovoltaikmodule das Mikroklima, wie Bodenfeuchte, Bodentemperatur und Lichtverhältnisse, beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf Vegetationsentwicklung und Ökosystemleistungen hat. Überdies untersuchte das Projekt, welchen Einfluss Anlagenparameter wie Modulhöhe oder Reihenabstand auf agronomische und ökologische Potenziale haben und wie sich die durch die Module geschaffene Weideumgebung auf Verhalten und Wohlbefinden von Weidetieren auswirkt.
Die Forschenden kombinierten Feldbeobachtungen in bestehenden Solarparks mit Versuchen auf Modellflächen. Ziel war es, die Auswirkungen von Photovoltaikanlagen auf Grünland systematisch zu erfassen. Dazu verglichen sie unterschiedliche Standorttypen sowie verschiedene Anlagenkonfigurationen wie Modulhöhe, Reihenabstand und Flächenbedeckung. Untersucht wurden fünf Solarparks in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen über mehrere Vegetationsperioden hinweg.
Die Studie zeigt, dass sich Vegetation und Biomasse innerhalb der Anlagen räumlich deutlich unterscheiden. Unter den Modulen fanden die Forschenden eine höhere Artenvielfalt sowie höhere Proteingehalte in den Pflanzen. Zwischen den Modulreihen hingegen war die Biomasse meist größer. Nach Einschätzung der Autoren entsteht dadurch ein heterogener Vegetationsbestand, der für die Weidewirtschaft geeignet ist. Die Pflanzen bieten ausreichend Nährstoffe für Schafe und Rinder.
Auch das Verhalten der Tiere wurde untersucht. Dabei zeigte sich, dass Schafe sich bei höheren Temperaturen bevorzugt unter den Modulen aufhalten. Die Module bieten damit Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Witterung. Ein Faktor, der mit Berücksichtigung der Klimawandelfolgen an Bedeutung gewinnen werde.
Biomasse mit Lidar gemessen
Für die Untersuchung nutzten die Forschenden unter anderem Lidar-Scanner. Mit der Technologie lassen sich die Höhe und Struktur der Vegetation dreidimensional erfassen. Die Scanner wurden sowohl mobil eingesetzt als auch an Drohnen montiert. Dadurch konnten die Wissenschaftler die Vegetation in Solarparks präzise vermessen, einschließlich der Bereiche unter den Modulen. Neben der Biomasse untersuchten sie auch Pflanzenarten und Inhaltsstoffe der Vegetation sowie das Bewegungsverhalten der Weidetiere innerhalb der Anlagen.
Der bne sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass Solarparks stärker als landwirtschaftliche Nutzflächen betrachtet werden sollten. Nach Ansicht des Verbands können PV-Freiflächenanlagen gleichzeitig Energie erzeugen und landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen.
Der Verband empfiehlt daher, die Flächenbewirtschaftung von Solarparkflächen stärker in einen landwirtschaftlichen Kontext zu stellen. „Diese Art der Flächennutzung sollte als Landwirtschaft anerkannt werden, zusätzlich zu Agri-PV-Konzepten“, heißt es in der Verbandskommunikation.
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Gut so, aber auch wenn es nicht so wäre, sollte kein zusätzliches Geld in Agri-PV gesteckt werden. Wir bewirtschaften riesige Flächen total ineffizient für Biogas (Faktor 40 mehr Energieertrag bei PV). Mit einem Bruchteil dieser Fläche könnten wir die PV Ausbaupläne realisieren. Kurzum, wir haben eigentlich kein Flächenproblem aber machen uns eins, indem wir die von Biogas träumen und dies auch subventionieren.
Exakt auf den Punkt gebracht!
Der Durchschnittsdeutsche denkt eben kaum weiter als von der Wand zur Tapete.
Etwas anzünden, das dann mit viel *knallpuffpengzwisch* verbrennt – das ergibt Sinn, das versteht er, der Kartoffelmensch. Aber abstrakte Dinge der Physik, wie energetische Grundsätze in der Elektrotechnik – da wird es bis auf Spezialfirmen und (wenige) Elektroingenieuere schon sehr eng. Muss man für ein umfassendes Verständnis gar Dinge miteinander kombinieren, wird es ganz eng (Baerbock und Habeck sind schuld, na und?).
– Im Internet werden meinen Daten gecloud
– Batterien laufen aus, wenn sie in der Schublade liegen.
Teufelszeug + Dummtüch.
Die Maschine muss laut sein und „wrummmmmmmmm“ machen.
Wruuummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm
Diese Art von Doppelnutzung ist in der behördlichen Ordnung nicht vorgesehen. Ein Fachauschuss soll gebildet werden, der prüft, welche Auschüsse man braucht, um ein Pilotprojekt zu planen, welches 2040 starten soll.
Erste Ergebnisse werden ab 2045 erwartet und dann umfassend analysiert und peer-reviewed.
Ein Testlabor mit 10 m² wird am Fraunhofer Institut aufgebaut, um ggf. die negativen Folgen für Bodenbakterien und Insekten zu prüfen, die durch die Doppelbelastung und Stress geraten könnten.
Die Gasbildung in der Kombination der Kuhfladen mit den nun veränderten Lichtverhltnissen muss zunächst untersucht werden (ein langsamerer Abbau und langsamere Ausstoß von u.a. Methan etc. wird angenommen, ist aber nicht gesichert festgestellt).
Gegen das Projekt ist eine Klage des BUND anhängig, da es kein Gutachten für die Umweltverträglich gibt und die Auswirkungen auf die möglicherweise vorkommende gemein Straßenameise nicht vollständig dargelegt wurden. Zudem wurde ein Fasanhahn in der Nähe gesichtet, über den gar kein Gutachten erstellt wurde.
„Gut so, aber auch wenn es nicht so wäre, sollte kein zusätzliches Geld in Agri-PV gesteckt werden.“
Agri-PV hat bei Halbschattengewächsen (z.B. Kartoffeln) eine positive Wirkung auf den Ertrag und die Auslegung als Ost-West-Bifazial-Solarzaun kostet kaum Fläche, ist vergleichsweise günstig und wirkt gleichzeitig als Windfang gegen Bodenerosion und -austrocknung (Mikroklima).
Dort also kein Geld mehr reinzustecken bedeutet ebenfalls Fläche ineffizient zu nutzen. Im Falle von Kartoffeln verbessert man mit Agri-PV seinen Ertrag an Früchten um ein paar Prozent (je nach Frucht auch deutlich mehr) und kann *zusätzlich* noch Strom ernten, erreicht also bis zu 175% Flächennutzungsgrad durch Agri-PV in diesem Fall, zusätzlich zu den positiven Effekten der Bodenschonung und des Humus-Erhalts bzw. der Erhöhung der Biodiversität durch den kleinen Blüh-/Wildrasenstreifen unter dem Solarzaun. Die angebauten Früchte müssen natürlich für die Halbverschattung mindestens geeignet sein, wenn nicht sogar davon profitieren.
Warum also nicht beides machen und Fläche von Energiepflanzen zu PV umwidmen und weiter Agri-PV auf bestehenden Landwirtschaftsflächen, auf denen entsprechend geeignete Früchte angebaut werden, fördern? Wäre eigentlich eine Win-Win-Situation.
Ihr berechtigtes Argument gegen Biogas-Monkulturen erlaubt keine Schlußfolgerung, dass „kein zusätzliches Geld in Agri-PV gesteckt werden“ sollte.
Agri-PV und Landwirtschaftsalltag passen nicht so recht zueinander. Das „Grünland“ unter PV-Flächen ist nicht das was gern als Futter verwendet wird. Bei Rindern würden das nur Robustrassen fressen, die wirtschaftlich kaum umzusetzen sind. Und Schafe sind ebenfalls ein Zuschussgeschäfft, wenn sie nicht über die Landschaftspflege bezahlt werden. Ackernutzung ist auch meist nur ein Märchen der Forschungsprojekte. Für einige wenige Feldfrüchte abseits der Sonderkulturen wie Beeren/Obst mag es einigermaßen gehen. Aber im Fruchtwechsel über 20Jahre hinweg hat man oft genug auch Feldfrüchte die das nicht so mögen. Die Bearbeitung und Ernte ist deutlich aufwendiger. Der Maschinenführer muss die ganze Zeit sehr aufpassen, oder das Spursystem perfekt funktionieren. Arbeitsbreiten der Maschinen müssen passen. Und die letzten cm direkt an den Modulreihen unter Umständen extra gepflegt werden. Großflächig sollte man da nicht unbedingt auf AgriPV hoffen.
Na, da hätten sich die Forschenden die ganze Arbeit sparen können! Wie gut, dass es immer Leute gibt, deren fachliche Expertise noch höher ist.
Hühner!
Warum wurde noch nicht die Nutzung mit in Kombination mit Mobilställen umgesetzt?
Die Modulreihen sind perfekte Versteckmöglichkeiten für das Federvieh um sich vor Greifvögeln zu verstecken.
Hühner auf der grünen Wiese bewegen sich aufgrund fehlender Struktur meist kaum vom Stall weg und Übernutzen den Boden dort massiv.