Was sind eigentlich Dunkelflauten? Jeder, der im Energiebereich arbeitet hat davon schon gehört und die Bundesregierung und Kraftwerksbetreiber planen Milliardeninvestitionen, um uns gegen diese Wetterlage abzusichern. Doch eine genaue Definition gibt es nicht und auch die Auswirkungen dieser gelegentlich auftretenden Zeiträume mit geringer erneuerbarer Energieproduktion hängen von vielen Faktoren ab – dem Energiebedarf im Zeitraum, der Zahl der erneuerbaren Erzeuger, der innereuropäischen Vernetzung, der regionalen Ausdehnung und den Speichermöglichkeiten.
Im aktuellen Podcast spricht pv magazine Redakteurin Cornelia Lichner mit Rafael Fritz, Senior Business Developer im Bereich Bereich Energiemeteorologie und Geoinformationssysteme des Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE).
Fritz erläutert, dass Dunkelflauten vor allem im Winterhalbjahr auftreten und meist zwischen 24 und 72 Stunden dauern. Besonders lange Episoden seien selten. Eine der längsten Phasen trat im November 2024 auf und dauerte rund zehn Tage.
Der Experte erklärt auch, weshalb Windkraft und Photovoltaik sich saisonal zwar gut ergänzen, kurzfristig aber auch gleichzeitig schwach ausfallen können, etwa bei stabilen Hochdruckwetterlagen. Für das Energiesystem bedeutet eine Dunkelflaute, dass flexible Kraftwerkskapazitäten, Importe und Speicher einspringen müssen. Zwar werden Batteriespeicher zunehmend ausgebaut, für den industrieweiten Bedarf reichen sie aber noch nicht aus. Obwohl Dunkelflauten selten sind, müssen Langzeitspeicher wie Wasserstoffkavernen und flexible Gaskraftwerke daher auch künftig vorgehalten werden.
Die Energiemeteorologie ist zwar noch ein junges Forschungsgebiet, gerade die Fortschritte bei der Rechenleistung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz, erlauben aber immer präzisere Prognosen. Diese werden für die Energiewirtschaft auch abseits der Extreme immer wertvoller.
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Ich finde es erstaunlich, dass das Thema so bedeutend sein soll für die Stromversorgung. Außerhalb Deutschlands wundert man sich über die deutsche Fixierung auf dieses Randproblem. In England hat man nicht mal ein eigenes Wort dafür und das Wort Dunkelflaute übernommen.
Hier ein Vorschlag:
1. Das Problem einer allzeit vorhandenen Stromversorgung ist seit 80 Jahren gelöst.
2. Deutschland ist mit dem aktuellen Kraftwerkspark in der Lage die Stromversorgung vollumfänglich über jede x-beliebig lange Dunkelflaute hinweg aufrechtzuerhalten. Da denken wir noch gar nicht an das Europäische Stromnetz, bei dem sich die Länder wechselseitig Strom liefern und abnehmen.
3. Wir sollten abwarten, welche Speichertechnologien sich entwickeln werden, die dann auch 14-tägige Schwächephasen bei Wind- und Solarstrom ausgleichen können, die aber kaum vorkommen.
4. Wir bauen nun die günstigen Batteriespeicher, die überschüssigen Strom aus erneuerbarer Energieerzeugung aufnehmen und drücken dadurch die Betriebsstunden des fossilen Kraftwerkparks immer weiter nach unten. Das ist jetzt schon zu beobachten durch Marktkräfte.
5. Wir legen nur dann Kraftwerke still, wenn wir sie nicht mehr benötigen, um die Stromversorgung rund um die Uhr sicherzustellen.
6. Wir legen nicht bis 2038 alle Kohlekraftwerke still, sondern reduzieren immer weiter die Betriebsstunden. Wir behalten die Kohlekraftwerke auch, weil sie mit heimischer Braunkohle versorgt werden können. Stichworte: Energiesicherheit, Energieerpressbarkeit.
7. Wir bauen keine neuen Gaskraftwerke als Ersatz für die bestehenden Kohlekraftwerke, oder Gaskraftwerke denn das bringt kaum noch eine zusätzliche CO2-Minderung gegenüber dem oben beschriebenen Vorgehen. Im Falle von Fracking-LNG erhöht sich ggf. sogar der CO2 Ausstoss durch neue Gaskraftwerke. Neue Gaskraftwerke lassen sich aufgrund ihres nicht mehr vorhandenen Geschäftsmodells, nicht mehr betriebswirtschaftlich finanzieren.
8. Wir sparen dadurch Abermilliarden € an Subventionen.